Riesen-IT-Panne in der Stadt Zürich

Letztes Jahr war die Schweiz noch Gastland der jüngst eröffneten CeBIT. So war es Glück im Unglück, dass Folgendes nicht 2016 passierte: Die Informatik der größten Schweizer Stadt war gestern offline – fast den ganzen Tag bis zum späten Montagabend.

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Riesen-IT-Panne in der Stadt Zürich

(Bild: https://www.stadt-zuerich.ch)

Von
  • Tom Sperlich

Ein offenbar herbes technisches Problem hat gestern einen grossen Teil der Informatik der Zürcher Stadtverwaltung sowie der Stadtspitäler Triemli und Waid lahmgelegt. Die Websites der Stadt waren bis Montag Nacht offline. Wer die Stadtverwaltung über das Internet kontaktieren wollte, musste sich in Geduld üben. "www.stadt-zuerich ist zur Zeit nicht verfügbar. Wir bitten um Verständnis und freuen uns auf Ihren nächsten Besuch", hiess es auf allen Webseiten der Stadt. Laut Medienberichten waren auch diverse interne Dienste und IT-Arbeitsplätze in der Verwaltung betroffen.

Auch die IT-Systeme der städtischen Krankenhäuser hatten Probleme. Verschiedene Betroffene oder Augenzeugen meldeten ihre Beobachtungen bei Schweizer Medien. Demnach seien Patientendaten nicht mehr abrufbar gewesen, Röntgenbilder sollen per pedes zwischen den Abteilungen hin und her getragen worden sein. "Es herrschte Chaos", teilte ein „Leser-Reporter“ mit.

Ursache der Störung war ein Defekt im Rechenzentrum Hagenholz, wie die städtische Abteilung Organisation und Informatik (OIZ) mitteilte. In der Nacht von Sonntag zu Montag sei eine zentrale Hardwarekomponente ausgefallen, was dazu geführt habe, dass das Internet nicht mehr funktionierte, sagte OIZ-Sprecher Martin Otzenberger gegenüber der Schweizerischen Depeschenagentur (sda). Ein Hacker-Angriff könne auf jeden Fall ausgeschlossen werden. Der Ausfall der IT-Systeme sorgte laut Otzenberger in den Spitälern für Mehrarbeit, die Patienten seien aber nicht gefährdet gewesen.

Der Betrieb in den Stadtspitälern lief aber ebenso wie der öffentliche Verkehr und auch die weiteren öffentlichen Infrastrukturen funktionierten, hiess es am Montagnachmittag von Seiten der Stadt Zürich. Der Sprecher der OIZ sagte gegenüber Medien, dass im Lauf des Tages ein Teil der Computerarbeitsplätze mit Hilfe von Übergangslösungen wieder hätte in Betrieb genommen werden können. Vom Ausfall nicht betroffen waren die Blaulichtorganisationen der Stadt. In den sozialen Medien berichteten Betroffene dieser Organisationen, dass "die Büroarbeit aber eher mühsam" war.

Spezialisten von der Organisation und Informatik der Stadt Zürich arbeiteten, zusammen mit dem Hersteller den ganzen Tag daran, den technischen Defekt zu beheben. Die Störungen waren schliesslich erst am späten Montagabend offenbar behoben.

(kbe)