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Riesenasteroid, Nazi-Bunker, Alien-Station oder was?

Die geheimnisvolle Gravitationsanomalie in der Antarktis ist seit vielen Jahren bekannt. Nun macht sie wieder von sich reden.

Riesenasteroid, Nazi-Bunker, Alien-Station oder was?

(Bild: NASA)

In der schweizerischen Polarnews stands schon vor acht Jahren, jetzt wurde zu Weihnachten wohl nicht ganz zufällig kurz vor der Amtsübernahme von Donald Trump das alte NASA-Material auf Youtube unter dem Titel "Satellite Detects MASSIVE Object Under Antarctica 12/27/16" erneut hübsch in Szene gesetzt, versehen mit allerlei Verschwörungs- und anderen Theorien. Das hat binnen kurzem über eine Million Aufrufe produziert. Vielleicht wollte die NASA oder einige ihr nahestehende Wissenschaftler aus dem UFO-Lager vom "UFO hunting crew Secure Team 10" noch mal unter Beweis stellen, dass die Erdbeobachtung per Satellit weit mehr zutage fördert als nur Material zum Klimawandel.

Die von GRACE in der Ostantarktis gemessenen Gravitationsfluktuationen. Die Dichte steigt von Blau,Grün, Gelb bis nach Rot. Der Bereich im Wilkesland ist eingekreist.

(Bild: Ohio State University)

Es handelt sich um dabei um eine starke Gravitationsanomalie in der Antarktis, nordwestlich des Wilkeslandes, die schon seit Ende der 1950er-Jahre bekannt ist und die das Research and Climate Experiment (GRACE) der NASA in den Jahren 2005 und 2006 genauer vermessen hat. In der Zwischenzeit wurden weitere Gravitationsmessungen im Wilkesland durchgeführt und im letzten Jahr in der Antarctic Science veröffentlicht. Es geht hierbei um ein Riesenfeld mit Ausmaßen von etwa 350 km × 500 km und mit einem Tiefenrelief von 1500 Metern, das Anlass zu zahlreichen Spekulationen gibt.

Schon liest man etwa in der britischen Sun von einem "Neu-Berlin" der Nazis, schließlich haben russische Forscher vor einiger Zeit Überreste einer Nazi-Forschungsstation in der Arktis, 600 km vom Nordpol entfernt, gefunden, warum nicht auch am Südpol – auf der Rückseite des Mondes waren die Nazis ja bekanntlich auch schon. Auch Atlantis wird mal wieder herangezogen oder die Illuminaten oder, immer passend, irgendwelche Aliens.

Wissenschaftler spekulieren indes schon seit Jahren eher mit einem Riesenasteroiden, bis zu sechsmal so groß wie dem rund 10 km durchmessenden Chicxulub-Brocken in Mexiko, der die Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren ausgerottet haben soll. Der Killerasteroid im Wilkesland, so nehmen etwa die Forscher der Ohio State University an, sei vermutlich vor 250 Millionen Jahren eingeschlagen und habe einen Großteil des Lebens auf der Erde ausgelöscht. (as)

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