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Roaming-Regulierung als "zentrale Planwirtschaft" gegeißelt

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Gegen die auf EU-Ebene geplante Regulierung der Roaming-Preise spricht sich der österreichische Verband alternativer Telekommunikations-Netzbetreiber (VAT) aus. Der VAT erblickt darin einen "ungerechtfertigten Eingriff in die Privatautonomie" und "zentrale Planwirtschaft". Die "Erfahrung zeigt: Wettbewerb stellt sinkende Endkundenpreise am besten sicher". Dem Verband gehören mit Ausnahme von Mobilkom Austria alle Mobilfunk-Netzbetreiber des Landes sowie eine Hand voll Festnetz-Anbieter an.

Zu allem Überdruss werde eine verordnete Preissenkung den Infrastrukturausbau in dünner besiedelten Tourismusgebieten gefährden, meint man bei dem Verband. Die Roaminggebühren würden bislang helfen, die "digitale Kluft" zu beseitigen. Tatsächlich werden in Österreich viele Gebiete versorgt, die praktisch unbesiedelt sind. Nur die hohen Einnahmen aus Telefonaten der Wintertouristen machen diese Netzteile wirtschaftlich. Für direkte Kunden des jeweiligen Netzbetreibers gib es in diesen Gegenden keine Preisaufschläge.

"Wir hoffen auf eine elegante und vernünftige Preisregulierung, die die Spitze des Eisberges trifft", erklärte VAT-Vizepräsident Georg Mündl. Er gibt zu, dass es in der Branche einige schwarze Schafe gebe – nicht jedoch in Österreich, sondern in Südeuropa. Anstatt alle über einen Kamm, solle man die dunklen Paarhufer spezifisch scheren. Eine Angleichung an das nationale Terminierungsentgelt berücksichtige nicht den zusätzlichen Roaming-Aufwand, nämlich die Gesprächsleitung ins Ausland, die aufwendigere Abrechnung, das Management der Roamingpartner und das Fehlen einer konstanten Kundenbeziehung. Außerdem befürchtet der VAT, dass die neuen Regeln EU-Netze voll trefen, Anbieter in Drittstaaten aber weiterhin hohe Tarife verlangen können. Dies würde zu "Wettbewerbsnachteilen der gesamten EU führen". (Daniel AJ Sokolov) / (jk)