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Roaming in der EU ist ab heute kostenlos

In der ganzen EU gilt ab heute das Motto "Roam like at home": Mobilfunkverbindungen werden in der gesamten EU und einigen weiteren Ländern zum Heimattarif abgerechnet.

Roaminggebühren

(Bild: dpa, Daniel Naupold)

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Mit dem heutigen Donnerstag fallen in der EU die Roaming-Schranken weg: Künftig kann jeder europäische Mobilfunknutzer in den 28 Staaten der EU sowie in Island, Norwegen und Liechtenstein sein Smartphone wie zu Hause nutzen. Nicht mit im Boot ist die Schweiz – die Telekom beispielsweise bietet dort kostenloses Roaming, andere Anbieter verlangen weiterhin Roaming-Kosten.

Die neue Preisstruktur ist denkbar einfach: Telefonate werden im EU-Ausland genauso abgerechnet wie in Berlin oder Frankfurt, Freivolumen lässt sich verbrauchen wie zu Hause. Allerdings gilt eine Ausnahme: Netzinterne Flats oder Community-Flatrates werden bei einigen Anbietern zum normalen Deutschland-Tarif abgerechnet. Nutzer von Allnet-Flats trifft dieses Problem aber nicht. Man sollte im Zweifel nach dem Grenzübertritt die dann eintreffende Info-SMS mit allen relevanten Preisen genau studieren.

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Zwar ist das Roaming für die Kunden künftig kostenlos, die Anbieter untereinander dürfen sich aber weiterhin Roaming-Kosten in Rechnung stellen. Die EU hat die Beträge dafür begrenzt, für die Internet-Nutzung auf 7,70 Euro netto pro GByte. Dieser Betrag soll bis 2022 schrittweise auf 2,50 Euro sinken. Für im Europa-Vergleich günstige Anbieter, etwa aus Estland, könnte das zum Problem werden: Wenn sich viele ausländische Kunden solche billigen Verträge besorgen und dann damit in anderen Ländern Roaming-Kosten verursachen, machen sie Verluste.

Deshalb erlaubt die EU den Mobilfunkbetreibern zum einen, von Kunden einen Nachweis zu verlangen, dass sie überwiegend im jeweiligen Land unterwegs sind, und zum anderen, bei missbräuchlicher Nutzung Zuschläge in Höhe der anfallenden Gebühren zu verlangen. Missbräuchliche Nutzung ist es aber erst, wenn der Kunde in einem Viermonatszeitraum die meiste Zeit Roaming nutzt.

Diese Einschränkungen könnten zur Folge haben, dass ein Deutscher im EU-Ausland keine Prepaid-Karte mehr kaufen kann. Andererseits ist das aber auch nicht mehr nötig, denn die deutsche Karte lässt sich in der ganzen EU ohne Aufschläge nutzen. Wer Roaming jeweils nur einige Wochen lang nutzt, muss sich darüber keine Gedanken machen.

Welche Tarife für den neuen europäischen Mobilfunkmarkt am besten geeignet sind, lesen Sie auf ct.de:

(uma)

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