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Robo-Vibrator erhält nun doch CES-Innovationspreis

CES-Veranstalter CTA hielt den Vibrator Osé für so innovativ, dass er ihn ausgezeichnet hat, um ihn dann zu verbannen. Jetzt gibt es eine Entschuldigung.

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Der Vibrator Osé schmiegt sich an den Frauenkörper, so dass sie die Hände frei hat.

(Bild: Laura DiCarlo)

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Es war der Skandal der CES 2019: Veranstalter CTA verbannte das Startup Lora DiCarlo von der Messe, weil deren Vibrator Osé "unmoralisch, obszön, unanständig oder frevelhaft" gewesen sein soll. Später gab es eine andere Begründung: "Das Produkt passt in keine unserer bestehenden Produktkategorien." Am Mittwoch hat sich die CTA bei Lora DiCarlo entschuldigt und den Vibrator mit einem Innovationspreis bedacht.

Es war der Preis, den Lora DiCarlo eigentlich schon gewonnen hatte, den die CTA (Consumer Technology Association) dann aber aberkannt hatte: Der CES Innovation Award Honoree in der Kategorie "Robotik und Drohnen". Denn der Vibrator soll sich von selbst an den Körper schmiegen, muss also nicht gehalten werden.

Tatsächlich hat die CES keine eigene Produktkategorie für Sexspielzeug. Das focht die Messe aber jahrelang nicht an, Stände an Porno-Produzenten zu vermieten, die ihre Werke vor Ort in Virtual-Reality-Brillen vorführen. Auf der CES 2018 wurde sogar ein Sexroboter auf der Bühne des Las Vegas Convention Center präsentiert, der einem Frauenkörper nachempfunden war.

MWC 2019: Vibrator für den Mann im "Hands-on"

Ein innovativer Vibrator für Frauen wurde dann aber plötzlich verbannt. Auf den Vorwurf des Sexismus musste die CTA da nicht lange warten. Jetzt gesteht die Organisation ihren Fehler ein: "Die CTA hat diesen Preis nicht korrekt gehandhabt", sagte Marketingchefin Jean Foster am Mittwoch, "Das hat einige wichtige Diskussionen intern sowie mit externen Beratern ausgelöst. Wir freuen uns darauf, daraus zu lernen, und die Veranstaltung weiter zu verbessern."

"Ich bin dankbar, dass die CTA unsere Zulassung für diese Auszeichnung neu geprüft und die Innovation unseres Entwicklerteams bestätigt hat", wird Lora Haddock, Gründerin der Firma Lora DiCarlo, in der CTA-Aussendung zitiert, "Die unglaubliche Unterstützung und Aufmerksamkeit die wir (…) erfahren haben, unterstreicht den Bedarf nach bedeutenden Änderungen."

Auf der eigenen Webseite ist Haddock weniger diplomatisch: "Wir anerkennen diese Geste als Bewegung der CES in die richtige Richtung, aber das ist nur der erste Schritt", meint die Firmenchefin, "Wir geben nicht nach. Beobachten Sie uns dabei, wie wir ihnen die Hölle heiß machen!"

Haddock hat leicht reden: Sie hat einen Investor gefunden, der zwei Millionen Dollar in ihre Firma investiert. Die erste Version des Osé soll im Herbst zu einem dreistelligen Preis auf den Markt kommen. (ds)