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RoboCup 2012: So viele Turniere wie nie zuvor

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Normalerweise eröffnen die Qualifikationsturniere im Rahmen von RoboCup Junior die Saison der Roboterturniere, doch diesmal kommt ihnen eine neue Veranstaltung um einen Tag zuvor: Am 14. und 15. Februar treffen sich an fünf russischen Universitäten sowie in Deutschland an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg Studententeams zu den lokalen Vorausscheidungen im Rahmen des Wettbewerbs Robolympics.

„Das ist ein Versuchsballon“, sagt Paul Plöger, Professor an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, der die Veranstaltung im Rahmen des Deutsch-Russischen Wissenschaftsjahrs maßgeblich mit organisiert hat. Es könne durchaus ein regelmäßiges Ereignis daraus werden. Für diesen ersten, vom RoboCup inspirierten Wettbewerb stellt die Bonner Hochschule NXT-Roboter von Lego zur Verfügung, die in einer Arena an Haushaltstätigkeiten angelehnte Aufgaben lösen sollen. Die Gewinner der Qualifikationsturniere treffen sich dann zum Finale am 17. bis 19. Februar im Polytechnischen Museum in Moskau. Den Gewinnern winkt ein einwöchiger Aufenthalt bei einem Robotiklabor oder einem Roboterwettbewerb im jeweiligen Partnerland.

NXT-Roboter werden (neben vielen Eigenkonstruktionen) wohl auch bei den vier Vorausscheidungen im Rahmen des RoboCup Junior zum Einsatz kommen. Die erste findet vom 15. bis 17. Februar in Hannover statt, weitere Turniere folgen in Vöhringen (25.-26. Februar), Sankt Augustin (2.-4. März) und Berlin (10.-11. März). Die Gewinner dieser Turniere qualifizieren sich für die Teilnahme an den RoboCup German Open in Magdeburg vom 30. März bis 1. April, wo sie wiederum um die Reise zur RoboCup-Weltmeisterschaft kämpfen werden, die vom 18. bis 24. Juni in Mexico City stattfindet. 328 Schülerteams aus 70 Standorten haben sich angemeldet..

Die Teams der Erwachsenen, die beim RoboCup Major Teams genannt werden, qualifizieren sich für die Weltmeisterschaft nicht in Ausscheidungswettkämpfen, sondern mit technischen Beschreibungen und Videos ihrer Roboter, die zeigen, dass sie im Wettbewerb mithalten können. Regionale Turniere wie die German Open sind trotzdem wichtig, um die Roboter (und die menschlichen Teammitglieder) rechtzeitig vor der WM unter Turnierbedingungen zu testen.

In diesem Jahr gibt es für europäische Teams mehr solcher Testgelegenheiten als je zuvor. Nur vier Wochen nach den German Open finden vom 25.bis 29. April in Eindhoven die RoboCup Dutch Open statt. Teilweise wurden die Wettbewerbe aufgeteilt: So werden in diesem Jahr alle Simulationswettbewerbe (Fußball, Rettungsroboter und Katastrophensimulationen) in Eindhoven ausgetragen, ebenso der Fußballwettbewerb auf dem großen Feld der Middle Size League. Die German Open haben dafür den Wettbewerb für reale Rettungsroboter, Fußballroboter in der Small Size League sowie die industriell orientierte Logistics League angeboten. Für die beiden zuletzt genannten Ligen haben sich mit jeweils nur drei Teams aber zu wenig Teilnehmer angemeldet, sodass diese Wettkämpfe in diesem Jahr ausfallen werden.

Insgesamt haben sich für die German Open 39 Major Teams aus elf Ländern angemeldet, die meisten (15) in der Standard Platform League, in der humanoide Nao-Roboter fürs Fußballspiel programmiert werden. Für den Wettbewerb RoboCup@home für Haushaltsroboter gab es acht Anmeldungen. Das ist insofern bemerkenswert, als diese Liga auch bei den Dutch Open angeboten wird.

Diese Doppelung sei durchaus kontrovers diskutiert worden, sagt Ansgar Bredenfeld, Cheforganisator der RoboCup German Open. Denn obwohl RoboCup@home zu den Ligen zählt, die sich besonders dynamisch entwickeln, ist es fraglich, ob sich in Europa genügend Teams finden, um zwei zeitlich und räumlich nah beieinander liegende Wettbewerbe zu füllen. René van de Molengraft, Leiter der Dutch Open, ist gleichwohl zuversichtlich, dass es gelingen wird. Letztlich ist die beste Methode, um diese Frage zu klären, es einfach mal auszuprobieren. Danach wird sicherlich weiter darüber diskutiert werden, ob die Parallelität von German und Dutch Open eine dauerhafte Einrichtung wird -- und ob demnächst mit einer RoboCup-WM in den Niederlanden zu rechnen ist. Die Anmeldung zu den Dutch Open ist noch bis 1. Februar möglich. (Hans-Arthur Marsiske) / (dab)

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