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RoboCup-WM: Deutschland - Griechenland 10:0

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10:0 – nein, das ist kein verwegener Tipp fürs EM-Viertelfinale, sondern das Ergebnis des Vorrundenspiels zwischen B-Human (Universität Bremen) und dem griechischen Team Kouretes (Technical University of Crete) bei der 16. RoboCup-Weltmeisterschaft in Mexico City. Und dieses Resultat ist auch nicht wirklich überraschend, immerhin ist B-Human amtierender Weltmeister in der Standard Platform League und bekannt dafür, schon am ersten Turniertag recht sicher aufzutreten.

Dabei sind die Spielbedingungen alles andere als einfach. In der Halle ist es relativ dunkel, vor allem aber vibriert das Spielfeld. "Wenn man auf dem Teppich steht, spürt man die Bewegungen der Roboter", sagt B-Human-Teamleiter Thomas Röfer. "Deswegen fallen die Roboter relativ häufig hin und die Spiele sehen nicht ganz so schön aus, wie man es gewohnt ist."

Die Mannschaft des Teams DARwin

(Bild: Hans-Arthur Marsiske)

An Spieltag eins eines RoboCup-Turniers gibt es aber ohnehin selten sehenswerte Begegnungen. Da gilt es zunächst, die Systeme zum Laufen zu bringen. Umso mehr fällt es auf, wenn Roboter sich schon in den ersten Spielen sicher bewegen. So wurden in der Humanoid League die Kid-Size-Roboter des Teams DARwin ebenfalls ihrer Favoritenrolle gerecht, als sie im ersten Spiel neunmal das Tor ihres Gegners Plymouth Humanoids trafen. Zwar hatten es die RoboCup-Neulinge von der britischen Plymouth University nicht geschafft, ihre Roboter rechtzeitig spielbereit zu machen, sodass DARwin auf ein leeres Tor spielte. Dennoch war die Schnelligkeit und Zielstrebigkeit, mit der sich deren Spieler bewegten, beeindruckend. Gerade am ersten Turniertag ist es ansonsten durchaus nicht ungewöhnlich, wenn Roboter selbst ohne einen Gegner das Tor verfehlen.

Schwierig war es auch für die Teilnehmer in der RoboCup@home League für Haushaltsroboter. Hier stand als erstes der Test "Follow me" auf dem Programm, der diesmal um einige neue Elemente bereichert wurde: Zum einen sollten Passanten, die zwischen Roboter und Führungsperson den Weg kreuzten, den Roboter gezielt verwirren. Zum anderen sollte der Roboter dem Menschen in einen Fahrstuhl folgen, diesen dann als erster verlassen und danach wieder dem Menschen folgen. Die meisten Teams schafften es nicht einmal bis zur Fahrstuhltür, in den Fahrstuhl hinein gelangten nur zwei: Weltmeister NimbRo (Universität Bonn) und Vizeweltmeister WrightEagle (University of Science and Technology of China). Die Ziellinie erreichte allerdings kein einziger Roboter.

RoboCup - Erster Spieltag (7 Bilder)

Nicht spielbereit

Die Plymouth Humanoids konnten vom Spielfeldrand aus nur zusehen, wie sie besiegt wurden. Aber es gibt bestimmt noch eine zweite Chance. (Bild: Hans-Arthur Marsiske)

Ali Raza aus Pakistan ist zum ersten Mal bei einer RoboCup-WM.

(Bild: Hans-Arthur Marsiske)

Den vielleicht schönsten Turnierauftakt erlebte aber wohl Ali Raza vom Institute of Business Admininstration in Karachi, Pakistan. Er nimmt mit dem Team Karachi Koalas in der 3-D Soccer Simulation League teil, dem ersten Team aus Pakistan beim RoboCup, das bei der vorigen WM unter die ersten 16 kam. Raza ist zum ersten Mal persönlich bei einer RoboCup-WM. Um nach Mexiko zu kommen, musste er zunächst nach Abu Dhabi reisen, um dort ein Visum zu beantragen, da es in Pakistan keine diplomatische Vertretung für Mexiko gibt. Die Reise nach Mexiko selbst dauerte 32 Stunden. Aber dafür erzielten die Karachi Koalas dann das erste Tor im diesjährigen Wettbewerb. "Very exciting", sagte Raza und wirkte trotz der anstrengenden Anreise überhaupt nicht erschöpft. (mho)

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