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RoboCup-WM: Roboter laufen sich warm

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In Istanbul wurde am Mittwoch die 15. RoboCup-Weltmeisterschaft eröffnet. Nach Ansprachen unter anderem des des Cheforganisators Levent Akin und der RoboCup-Präsidentin Manuela Veloso tanzten Nao-Robotern des Hauptsponsors Aldebaran Robotics ein Ballett. Als die Zuschauer gebeten wurden, ihre Mobiltelefone auszuschalten, um die Roboter nicht zu stören, löste sich die Veranstaltung auf.

Es ist ohnehin interessanter, den Naos beim Kicken zuzusehen. Seit drei Jahren stellen die Zweibeiner die Spieler in der Standard Platform League, in der alle Teams die gleiche Hardware verwenden, die nicht geändert werden darf. Es geht ausschließlich ums Programmieren, und zwar eines richtigen Roboters mit all seinen Ungenauigkeiten bei Wahrnehmung und Bewegung. Der Nao ist in dieser Liga der Nachfolger des vierbeinigen Aibo, dessen Produktion von Sony Anfang 2006 eingestellt wurde.

RoboCup-WM 2011 – Roboter laufen sich warm (7 Bilder)

RoboCup-WM 2011

Beobachtet von einem überdimensionalen Nao-Roboter eröffnet Manuela Veloso die 15. RoboCup-Weltmeisterschaften. (Bild: Hans-Arthur Marsiske)

Inzwischen wird beim RoboCup allerdings bereits über einen Nachfolger für den Nao diskutiert, der auch nach mehr als drei Jahren noch Hardware-Schwächen aufweist. Im Gespräch ist der Zweibeiner Darwin der koreanischen Firma Robotis. Viele RoboCup-Teilnehmer sind daher gespannt auf die verbesserte Version des Nao, die Aldebaran in den nächsten Tagen in Istanbul vorstellen will.

Unterdessen laufen sich die Zweibeiner auf den Spielfeldern warm, werden von den Teams auf die spezifischen Umgebungsverhältnisse eingestellt. Für die Verarbeitung der Kamerabilder müssen Farbtabellen erstellt werden, das Laufverhalten muss dem Material der Spielfelder angepasst werden. Die eigentlichen Spiele starten Donnerstag.

Bei den Ligen der selbst gebauten humanoiden Roboter muss noch eine offene Regel-Frage geklärt werden. Denn mittlerweile können einige Torhüter den Ball mit den Händen aufnehmen und abwerfen. Fraglich ist nun, ob es als Tor gezählt wird, eenn der Ball dabei über die Linie des gegnerischen Tors rollt. Interessanter für den Spielverlauf wäre es wohl, wenn solche Tore gelten würden. Für Wettbewerbsleiter Jacky Baltes ist es aber vor allem wichtig, dass es dazu eine einheitliche Regelung gibt. Er will es in einer Versammlung der Teamleiter per Mehrheitsbeschluss entscheiden lassen.

Einen besonderen Höhepunkt hat die 3-D Simulation League angekündigt: Mit Spezialbrillen sollen die dreidimensional simulierten Spiele, bei denen virtuelle Nao-Roboter antreten, auch räumlich betrachtet werden können. Das Verfahren sei ursprünglich fürs Debugging entwickelt worden, erläuterte Ubbo Visser von der University of Miami. Die Möglichkeit der dreidimensionalen Darstellung für die Zuschauer sei ein willkommener Nebeneffekt, der auf Monitoren schon gut funktioniert habe. Ob es mit Beamern und Leinwänden auch so gut klappt, bleibt abzuwarten. Da Shutterbrillen verwendet werden, bei denen abwechselnd das linke und rechte Glas abgedunkelt wird, müssen die Bildfrequenzen, mit denen die Projektoren arbeiten, genau auf die Brillen abgestimmt werden. Wenn das daneben geht, kommt nur nervendes Geflimmer dabei heraus. Aber wenn es klappt, verspricht Visser, könne man Spiele mit den Augen eines Mitspielers erleben. (Hans-Arthur Marsiske) / (anw)

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