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Roboterarm Octopusgripper: Festo lässt den Kraken frei

Roboterhersteller Festo hat sich bei seinem bionischen Greifarm an den Tentakeln eines Tintenfisches orientiert. In der Fertigung soll er flexibel einsetzbar sein.

OctopusGripper: Maschinenbauer Festo lässt den Kraken frei

(Bild: Festo)

Der Esslinger Automatisierungsspezialist Festo hat einen pneumatischen Robotergreifer vorgestellt, der wie ein Tentakel aussieht. Durch seinen weichen Aufbau soll der so genannte Octopusgripper verschiedene Formen greifen und halten können.

Der Greifarm besteht aus flexiblem Silikon. Er krümmt sich nach innen und legt sich sanft um Objekte, sobald man die im inneren eingelassene Kammer mit Druckluft befüllt. Ein Textilmantel um die Luftkammer bewahrt den Octopusgripper vorm Platzen. Auf der Innenseite finden sich zwei Reihen mit Saugnäpfen, die die Greifeigenschaften des Tentakels durch ihre Haftung an glatten Oberflächen verbessern. Die Größeren sind mit einer Vakuumleitung verbunden und lassen sich zum Ansaugen gezielt steuern. Die kleineren Saugnäpfe an der Spitze haften dagegen nur passiv.

Quelle: Festo

Greifarme gibt es in automatisierten Fertigungsanlagen zwar schon länger, bei Änderungen an einem Werkstück muss der entsprechende Greifer aber mitunter angepasst oder ausgetauscht werden. Daher kommen oft Wechselsysteme zum Einsatz. Durch den Aufbau soll sich der Octopusgripper für verschiedene Einsatzzwecke eignen: In einem Video zeigt der Hersteller, wie der Greifarm Objekte aus unterschiedlichen Materialien hält, etwa eine Zeitschrift oder eine Metallröhre, und Wasser aus einer PET-Flasche eingießt.

Der Tentakel soll außerdem die Anforderungen an die Softrobotik erfüllen. Aufgrund seiner elastischen Materialien stelle er bei einer Kollision keine Gefahr dar und muss laut Hersteller nicht mit einem Käfig vom Menschen abgeschirmt werden.

Den Octopusgripper hat das Unternehmen gemeinsam mit der School of Mechanical Engineering and Automation an der Beihang University (BUAA) in China entwickelt. Bionische Produkte sind ein Steckenpferd von Festo. So zeigte die Firma in der Vergangenheit auf der Hannovermesse Robotikkonzepte, die sich an der Natur orientieren, etwa Ameisen oder Schmetterlinge. (hze)

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