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Roboterhersteller Kuka: Stellenabbau in Deutschland, mehr Kapazitäten in China

Der Hersteller senkt seine Prognose erneut. Stellen werden abgebaut, mehr Kapazitäten in China geschaffen und künftig mehr kleine und einfache Roboter gebaut.

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Chinesischer Konzern will Roboterbauer Kuka kaufen

(Bild: Kuka)

Der Augsburger Roboterkonzern Kuka muss seine Prognose für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 erneut senken und geht nur noch von 3,2 Milliarden Euro Umsatz aus – im Oktober 2018 wurde das Ergebnis bereits vorzeitig von 3,5 Milliarden aus dem Vorjahr auf 3,3 Milliarden nach unten korrigiert. Auch die 2015 formulierten Ziele für 2020 (4,5 Milliarden Euro Umsatz, 7,5 Prozent Gewinnmarge) gibt die zum chinesischen Midea-Konzern gehörende Firma jetzt auf. Da zudem die Gewinnmarge deutlich zurückgehen wird, legt das Unternehmen ein "Effizienzprogramm" auf, das bis 2021 Einsparungen von mehr als 300 Millionen Euro bringen soll.

Wie Kuka mitteilt, sind an den schlechten Geschäftszahlen vor allem die rückläufigen Geschäfte mit der Automobil- und der Elektronikindustrie schuld, in denen das Unternehmen die Hälfte seines Umsatzes erwirtschaftet. Außerdem habe sich in China, einem der wichtigsten Robotikmärkte, das Wachstum verlangsamt. Mit dem starken Wachstum der vergangenen Jahr seien auch die Kosten gestiegen, und man habe nun "Ineffizienzen" entdeckt, die nun durch ein "Effizienzprogramm" in den "indirekten Bereichen" Verwaltung, Einkauf, Vertrieb und Projektmanagement gesenkt werden sollen, d.h. es sollen Stellen abgebaut werden – die genaue Zahl der Entlassungen teilte die Firma noch nicht mit.

Zudem solle eine "Taskforce" mehr chinesische Joint-Ventures organisieren sowie spezifische Produkte für den asiatischen Markt planen. Kuka wolle "das volle Potenzial der Zusammenarbeit mit Midea nutzen", die Produktionskapazitäten in China ausbauen und sich insgesamt stärker auf kleine und einfache Robotersysteme konzentrieren.

Nach der Übernahme von Kuka durch die chinesische Firma Midea 2016 wurden durch weitreichende Zusagen eigentlich Standort- und Beschäftigungssicherung bis 2023 vereinbart. Erst kürzlich hatte jedoch der Vorstand das Unternehmen vorzeitig verlassen. (tiw)