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Roboterschiff: Frachtschiff mit Elektroantrieb fährt autonom

Künftig könnten die großen Meerestransporter umweltfreundlich und computergesteuert verkehren, glauben norwegische Forscher.

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Roboterschiff: Frachtschiff mit Elektroantrieb fährt autonom

Schiffe ohne Besatzung? Bislang Fehlanzeige. Denn die würden nach internationalem Seerecht als Geisterschiffe gelten. Das trifft aber nicht in den Hoheitsgewässern einzelner Länder zu: Hier können Länder ihre eigenen Gesetze machen – und Roboterschiffe für die Küstenschifffahrt zulassen.

Dafür ausgelegt ist das Konzeptschiff "ReVolt". Das 60 Meter lange elektrisch angetriebenes Kurzstrecken-Containerschiff für hundert Standardcontainer (100 TEU) fährt autonom, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Entwickelt hat es die norwegisch-deutsche Schiffsklassifikationsgesellschaft Det Norske Veritas-Germanischer Lloyd (DNV GL) in Oslo.

Schiffe vom ReVolt-Typ könnten die 300-TEU-Feederschiffe ersetzen, die heute Container aus großen Überseehäfen auf kleinere Häfen entlang der Küsten verteilen. Und das sogar recht bald. Denn das ReVolt-Konzept versammelt verfügbare und erprobte Techniken der Seefahrt. Dazu gehören GPS, das elektronische Karten- und Informationssystem ECDIS, Radar, die optische Abstands- und Geschwindigkeitsmessung per Laser (Lidar), das automatische Schiffsidentifikationssystem AIS, das vor Kollisionen warnt, und Kameras.

Strom als Antriebsenergie wählten die Norweger unter anderem deshalb, weil sie davon reichlich aus Wasserkraft gewinnen und damit klimaneutral bleiben. Zudem ist ein elektrischer Schiffsantrieb mit etwa 60 Prozent Wirkungsgrad einem Diesel wirtschaftlich weit überlegen. (Hanns-J. Neubert)

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