Menü

Roboterschiff mit Elektro-Antrieb

Ein elektrisch angetriebenes Roboterschiff soll künftig entlang der norwegischen Küste Güter über kürzere Strecken transportieren und damit Norwegens Straßen entlasten.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 137 Beiträge

Noch gibt es das Container-Schiff "ReVolt" nur in klein: Ingenieure des norwegischen Unternehmens DNV GL haben Pläne für ein Kurzstrecken-Transportschiff vorgestellt, das ohne Besatzung auskommt und zurzeit in Form eines Modells im Maßstab 1:20 getestet wird. Das fertige Schiff soll rund 60 Meter lang und 14,5 Meter breit werden und bis zu 100 Standardcontainer, Autos oder andere Güter entlang der Küste Norwegens transportieren. Angetrieben wird die ReVolt mit Elektromotoren, deren Energie eine 3000-kWh-Batterie liefern soll. Sie verschafft dem Schiff eine Reichweite von rund 100 Seemeilen. Das Wiederaufladen soll lediglich vier Stunden dauern.

Noch gibt es das autonome Container-Schiff "ReVolt" nur als 1:20-Modell.

(Bild: DNV GL)

Mit sechs Knoten wird die ReVolt etwas langsamer unterwegs sein, als vergleichbare Schiffe mit Dieselantrieb. Die geringere Geschwindigkeit gestattet den Konstrukteuren energiesparende Strukturen wie einen senkrechten Bug. Wenn die von den Ladestationen bereitgestellte Energie aus erneuerbaren Quellen stammt, würde das Roboterschiff CO2-neutral fahren. Außerdem soll der Gütertransport auf dem Seeweg die Straßen entlasten.

Mit der ReVolt hat der Technik-Dienstleister, der Schifffahrtsunternehmen auch bei Versicherungen berät, nicht nur die Öko-Bilanz im Blick: Durch den Wegfall der Besatzung gibt es auch kein Risiko für Unfälle auf See. Mit einer Rate von 900 Todesfällen pro Jahr ist die Arbeit auf Schiffen laut meherer Studien 90 Prozent gefährlicher als vergleichbare Industriearbeitsplätze an Land. Da auf der ReVolt auch Unterkünfte und die Brücke wegfallen, bleibt mehr Platz für die Ladung. Bei einer Einsatzzeit der ReVolt von 30 Jahren hofft man bei der DNV GL, im Vergleich zum Betrieb herkömmlicher, Diesel-getriebener Container-Schiffe rund 34 Millionen US-Dollar einzusparen.

Hans Anton Tvete, Senior-Forscher der DNV GL, erhofft sich von der sicheren und energiesparenden Konstruktion der ReVolt auch andere Schiffsbauer zu inspirieren. Seiner Einschätzung nach, wäre der Bau der ReVolt mit heutiger Technik möglich.

Das in Oslo ansässige Unternehmen Det Norske Veritas (DNV), das im vergangenen Jahr mit dem Germanischen Lloyd (GL) fusionierte, feierte vorgestern in Amsterdam sein 150. Gründungstag. Die DNV GL beschäftigt etwa 16.000 Mitarbeiter in 100 Ländern. (Mit Material von dpa) (rop)

Anzeige
Anzeige