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Rockbands verklagen Sony BMG

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Zwei Rockbands haben Sony BMG Music Entertainment verklagt. Die in der 70er und 80er Jahren populären Gruppen Cheap Trick und Allmann Brothers Band werfen ihrer früheren Plattenfirma laut einem Bericht im Wall Street Journal vor, dass sie die Tantiemen für den kommerziellen Musik-Download nicht korrekt abrechnet. Nach ihrer Ansicht müssten sie etwa siebenmal mehr erhalten als Sony BMG auszahlt.

Diese Diskrepanz soll bei allen Künstlern auftreten, deren Verträge vor dem Aufkommen der digitalen Downloads geschlossen wurden: Sony BMG ziehe dort genauso Beträge für Verpackung oder Bruch ab wie bei dem Vertrieb von CDs. Konkret bedeute dies beispielsweise, dass die Allman Brothers Band beispielsweise von den 999 US-Dollar, die bei Apples iTunes Music Store für 1000 Downloads ihrer Stücke bezahlt werden, 45,05 US-Dollar erhält. Nach der Kalkulation der klagenden Bands müsste die Rockgruppe hierfür eigentlich 315,50 US-Dollar erhalten. Seit Mitte 2002 sind 538.000 Musik-Downloads von den Allmann Brothers Band und 425.000 von Cheap Trick verkauft worden.

Für die beiden Bands geht es bei der Klage nicht nur um das Geld für diese Downloads: Sie wollen in einer Sammelklage eine Grundsatzentscheidung für alle Betroffenen erreichen. Dies könnte auch für Künstler mit neueren Verträgen, die Downloads berücksichtigen, interessant werden. Sie sollen zwar mehr Geld erhalten als bei Altverträgen, aber längst nicht so viel, wie die klagenden Bands jetzt fordern. Sony BMG, ein Joint Venture von Sony und Bertelsmann, nahm gegenüber dem Wall Street Journal keine Stellung zu dem Verfahren. (anm)

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