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Röntgenteleskop Chandra in den Sicherheitsmodus versetzt

Das Nasa-Röntgenteleskop Chandra hat nach einer Störung den Sicherheitsmodus aktiviert. Das altgediente Teleskop soll aber bald wieder einwandfrei arbeiten.

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Röntgenteleskop Chandra in den Sicherheitsmodus versetzt

Nasa-Skizze des Röntgenteleskops Chandra

(Bild: NASA/CXC/SAO)

Die Nasa hat ihr Röntgenteleskop Chandra in den Sicherheitsmodus (safe mode) versetzt und alle wissenschaftlichen Aufgaben des Teleskops gestoppt. Die Weltraumbehörde teilte mit, der Shut-down des Systems habe vermutlich mit dem Ausfall eines Gyroskops zu tun, das dem Stabilisieren und Ausrichten von Chandra dient. Der Vorfall ereignete sich bereits am 10. Oktober.

Beim Sicherheitsmodus schalte das Teleskop auf eine sichere Konfiguration um, aktiviere bei kritischen Komponenten die Backup-Hardware und richte sich so aus, dass das Solarmodul maximales Sonnenlicht erhalte, schreibt die Nasa. Eine Prüfung habe zunächst ergeben, dass alle Systeme an Bord normal funktionierten und die wissenschaftlichen Geräte einwandfrei arbeiteten. Die Untersuchung der genauen Ursachen laufe.

Chandra ist bereits seit 19 Jahren im All, weit länger als die ursprünglich geplanten 5 Jahre. Die Nasa erwartet, dass das Teleskop auch noch etliche weitere Jahre Daten liefern wird. Chandra nutzt Röntgeninstrumente zur Untersuchung unter anderem von Schwarzen Löchern und den Überresten von Supernoven. Erst kürzlich hat Chandra womöglich erstmals beobachtet, wie ein junger Exoplanet von seinem Stern zerstört wird.

Chandra (7 Bilder)

Cassiopeia A

Ein aus Aufnahmen von Chandra, Hubble und Spitzer zusammengesetzte Aufnahme des Supernova-Überrests Cassiopeia A
(Bild: NASA/CXC/SAO)

Erst vor wenigen Tagen war das Weltraumteleskop Hubble ebenfalls in den Sicherheitsmodus versetzt worden. Auch hier war vermutlich ein Gyroskop betroffen, das das Teleskop stabilisieren hilft. Astronom Grant Tremblay meldete inzwischen auf Twitter, dass die Ursache der Störung bei Chandra identifiziert sei und man an der Behebung arbeite; Chandra werde seine Arbeit in Kürze wieder aufnehmen.

Der Astronom Jonathan McDowell, der gleichfalls mit Chandra arbeitet, scherzte derweil ebenfalls auf Twitter über einen (nicht vorhandenen) Zusammenhang zwischen den Vorfällen bei Hubble und Chandra: Seine bevorzugte Theorie sei, dass wenn Hubble kurz Ferien machen würde, Chandra dies ebenfalls tun wolle.

(tiw)

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