Menü

Rossmann, dm und Douglas verlangen schärfere Kontrollen von Amazon und Ebay

Handelsketten werfen ausländischen Verkäufern vor, zweifelhafte Kosmetika über Amazon und Ebay zu verkaufen. Jetzt wenden sie sich an die Bundesregierung.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 56 Beiträge
Rossmann, dm und Douglas verlangen schärfere Kontrollen von Amazon und Ebay

Kosmetik-Artikel von Rossmann. Die Drogeriekette wehrt sich zusammen mit zwei Konkurrenten gegen Kosmetika, die über Amazon und Ebay vertrieben werden.

(Bild: rossmann.de)

Die Handelsketten Rossmann, dm und Douglas fordern schärfere Kontrollen beim Verkauf von Kosmetikartikeln über Ebay und Amazon Marketplace. Verkäufer, die ihren Sitz meist im außereuropäischen Ausland hätten, verkauften über die Plattformen Waren, die in Deutschland nicht vertrieben werden dürften, schrieben die Drogerieketten in gemeinsamen Briefen an die Bundesministerien für Verbraucherschutz und Ernährung sowie das Bundeskanzleramt. Die Briefe liegen der dpa vor.

Die Ketten kritisierten in den Schreiben, dass ausländische Händler keine Konsequenzen fürchten müssten, die Plattformen träten als Vermittler auf und wiesen die Verantwortung von sich. Es erscheine "befremdlich, dass zum Schutze der Verbraucher im stationären Handel selbstverständlich auch das kleinste Geschäft mit aller notwendigen Strenge kontrolliert wird, während es Schwergewichten des Online-Handels ohne weiteres möglich ist, frei von jeder staatlichen Aufsicht zu handeln". Dies bedeute erhebliche Wettbewerbsnachteile "für jeden redlichen Händler".

Plattformbetreiber müssten in die Verantwortung genommen werden, auch wenn sie das Geschäft lediglich vermittelten, lautet die Forderung der Drogerienketten. Immerhin erwirtschafteten Plattformen wie Amazon erhebliche Provisionen. Einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zufolge wies Amazon darauf hin, bei Verstößen Produkte zu prüfen und zu entfernen. Ebay betonte demnach, Verkäufer müssten sich an gesetzliche Bestimmungen halten.

Die Drogerieketten prangerten zahlreiche Rechtsverstöße mit Kosmetikartikeln an – Verwendungs- oder Warnhinweise fehlten demnach ebenso wie die Liste der Bestandteile, der Informationen etwa zu Allergenen entnommen werden könnten. Untersucht worden seien 24 der 100 meistverkauften Kosmetikartikel auf Amazon Marketplace, davon seien nur zwei rechtlich nicht zu beanstanden gewesen.

Rossmann kooperiert beim Ausbau seines Online-Geschäfts mit Amazon. Der US-Konzern stellt die Online-Plattform sowie die Logistik. Rossmann verkauft seine Artikel aber auch über die eigene Website. (anw)

Anzeige
Anzeige