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Router-Vorschau: Fritzbox 6890 LTE wird kein Hybrid-Router

Was bringt es, Gerüchte zu verbreiten? Dieser Tage orakelten mehrere eigentlich seriöse Medien von einem "Hybrid-Router" aus dem Hause AVM. Doch die Fakten liegen anders.

Router-Vorschau: Fritzbox 6890 wird definitiv kein Hybrid-Router

So etwa wie das Modell 7590 sieht die kommende Fritzbox 6890 LTE schon aus – man muss sich aber zwei externe Antennen dazudenken. Und die Beschriftung der ersten LED sowie ein SIM-Slot deuten klar auf integrierte DSL- und LTE-Modems hin.

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Vieles deutet darauf hin, dass der Berliner Kommunikationsspezialist AVM anlässlich der am 1.9. beginnenden Fachmesse IFA 2017 einen neuen Fritzbox-Router mit Mobilfunk-Funktionen vorstellen wird. heise online hat im Gespräch mit Personen, die der Fritzbox-Entwicklung nahe stehen, Fakten gesammelt: Der Router wird Fritzbox 6890 LTE heißen und zwei Entwicklungslinien zusammenbringen. In der Fritzbox 6890 LTE werden erstmals ein xDSL- und ein Mobilfunkmodem integriert sein. Davon gehen zurzeit auch andere Medien aus. Sie beziehen sich jedoch auf eine zurzeit nicht mehr erhältliche tschechische Präsentation, die zumindest teilweise in die Irre führt.

Die Fritzbox 6890 LTE übernimmt offenbar das Gehäuse-Design der Fritzbox 7590. Aber anders als das bisher verbreitete Produktfoto suggeriert, wird das neue Modell nicht nur integrierte Antennen haben, sondern für die Mobilfunkkommunikation auch zwei externe Stab-Antennen. Die WLAN-Antennen werden wie seit Langem bei Fritzboxen üblich auf der Platine sitzen. Das Mobilfunkmodem eignet sich ähnlich wie das der kleinen Fritzbox 6820 LTE (ab 169,95 €) nicht nur für LTE, sondern auch für UMTS und GSM. Damit kann das Modell 6890 LTE nahtlos auf den Mobilfunkpfad umschalten, wenn der Internet-Zugang über DSL ausfällt (Fallback).

Den bisher entwickelten Fritzboxen hat AVM stets nur ein Onboard-Modem spendiert, entweder DSL-, Kabel-, Glasfaser oder LTE. Die Modelle mit Modems für Festnetzleitungen (Telefon, TV-Kabel oder Glasfaser) können zwar auch Mobilfunk-Modems steuern, aber dann stets als optionale USB-Sticks.

Zwei Modems auf einem Board haben zu Spekulationen geführt, dass die neue Fritzbox eine Hybrid-Funktion enthalten könnte. Die Hybrid-Funktion führt verschiedene Datenpfade zu einer gemeinsamen, virtuellen Internet-Leitung zusammen, beispielsweise DSL und LTE. Doch aus vertrauenswürdiger Quelle war zu hören, dass die Fritzbox 6890 LTE definitiv keine Hybrid-Funktion haben wird.

Damit bleibt Huawei vorerst der einzige Router-Hersteller, der Geräte für den Telekom-Tarif MagentaZuhause Hybrid liefert. Das Telekom-Angebot hat unter Teilnehmern, die nur langsame DSL-Versorgung haben, einige Beliebtheit erlangt, weil es die Anbindung drastisch verbessern kann. Einen freien Markt für Hybrid-Hardware, die sich für MagentaZuhause Hybrid eignet, gibt es bisher jedoch nicht, obwohl seit August 2016 das Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen (FTEG) Verbrauchern die freie Routerwahl zusichert. Die Telekom bietet den Router Speedport Hybrid wahlweise zur Miete für rund 10 Euro monatlich an oder zum Kauf für rund 400 Euro. Im Fachhandel ist er ab 260 Euro erhältlich (ab 134,90 €).

Mit Viprinet gibt es einen Router-Hersteller, der seit Jahren eine eigene Hybrid-Technik im Köcher hat, und seinen Hybrid-Dienst zu gleichen Konditionen wie die Telekom über deren LTE-Netz anbieten möchte. Bisher behält die Telekom ihr Hybrid-Angebot aber komplett für sich. AVM hat zwar in früheren Gesprächen mit heise online Interesse an der Hybrid-Technik bekundet, aber mangels offengelegter Spezifikation keinen von der Telekom abgesegneten Weg gesehen, passende Hardware zu bauen. (dz)

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