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Router fürs WLAN auf Gegenseitigkeit

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Das in Spanien gegründete Unternehmen FON hatte bereits im Februar eine Investitionsspritze durch Google und Skype erhalten; nun will man eine Million WLAN-Router zum Stückpreis von nur 5,80 Euro zuzüglich Versand anbieten. FON, das sich zum Ziel gesetzt hat, bis Ende 2006 das "größte Hotspot-Netz der Welt" zu werden, wurde Ende 2005 vom argentinischen Investor Martin Varsavsky gegründet.

Bei FON muss der jeweilige Teilnehmer das Gerät an seinen Breitbandzugang anschließen und den Zugang über den Router öffentlich zugänglich machen. Er darf im Gegenzug die WLAN-Hotspots des Verbundes kostenfrei nutzen. Die Verbindung erfolgt wie bei WLAN-Hotspots üblich unverschlüsselt – wer vertrauliche Daten übertragen will, muss also selbst für die Verschlüsselung per SSL oder VPN sorgen. Zur Wahl stehen zwei weitere Abrechnungsmodelle: Wer aufs kostenlose Surfen an anderen Hotspots verzichtet, erhält 50 Prozent der über seinen Hotspot generierten Einnahmen. Wer nur surfen will, aber keinen Hotspot betreiben kann oder will, kann für 3 Euro einen Tag oder für 10 Euro fünf Tage lang das FON-Netz nutzen. FON setzt dabei aber nicht ausschließlich auf die eigenen Hotspots; über Kooperationen mit Providern soll die Reichweite noch erhöht werden.

Der von FON vertriebene WLAN-Router verfügt über eine spezielle Software, die das Login über einen zentralen Server ermöglicht. Das jeweilige Mitglied kann übers Internet auf den eigenen Router zugreifen und die Einstellungen verändern.

Die Einwahldaten werden festgehalten, um Missbrauch des Netzwerks zu verhindern, auf die eigenen Daten haben die Mitglieder jeweils Zugriff. "Wir unterstützen keine anonyme Nutzung", betont der Geschäftsführer von FON Germany, Robert Lang. Das ist vor allem für die Teilnehmer von Interesse, die ihren Internetzugang, dessen IP-Adresse eine Ermittlung ihrer Anschrift ermöglicht, dem WLAN-Verbund zur Verfügung stellen.

Lang ist sich bewusst, dass er sich im äußerst sensiblen Spannungsfeld zwischen dem Datenhunger der Ermittlungsbehörden einerseits und dem Schutz persönlicher Daten andererseits bewegt. Man werde alle einschlägigen Vorschriften zum Datenschutz strikt beachten, beteuerte er gegenüber heise online. Das Unternehmen sei beim spanischen Regulierer offiziell registriert, auch in den anderen Ländern suche man die enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden.

Bereits kurz nach dem Start finden sich in deutschen Städten die ersten FON-Hotspots, die allerdings noch vergleichsweise dünn gesät sind. Anders als bei den kommerziellen Netzwerken konzentrieren sie sich nicht hauptsächlich auf die Innenstädte, sondern sind in den jeweiligen Städten übers gesamte Stadtgebiet verteilt. Die deutschen Hotspots sind in einer zoombaren Karte markiert, wobei es sich um von Teilnehmern gemeldete Adressen handelt, die Hotspots müssen nicht notwendigerweise bereits aktiv sein. Auch für andere Länder existieren jeweils Hotspot-Karten. (uma)

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