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Ruanda: Blut-Lieferungen per Drohne werden erweitert

In Ruanda baut der weltweit erste kommerzielle Lieferdienst mit Drohnen sein Angebot aus. Inzwischen werden sieben Krankenhäuser mit Blutkonserven beliefert.

Blut aus der Luft

Eine stabile, wetterfeste Drohne mit zwei festen Flügeln hat das Team von Zipline entwickelt. Der Flieger kann anderthalb Kilogramm transportieren und hat eine Reichweite von 150 Kilometern.

(Bild: Jason Florio)

Kommt das Blut rechtzeitig? Findet die Drohne ihren Weg? Seine Testphase hat der Lieferdienst des US-Start-ups Zipline in Ruanda bestanden. Seit Ende vorigen Jahres transportieren die robusten Drohnen des amerikanischen Unternehmens Blut und verwandte Produkte zu dem 60 Kilometer von der Hauptstadt Kigali entfernt gelegenen Kabgayi District Hospital, berichtet Technology Review in seinem neuen Augustheft (im gut sortierten Zeitschriftenhandel und im heise shop erhältlich).

Inzwischen hat sich die Lieferung auf Anfrage bewährt. Mittlerweile bedient Zipline von seiner Station oben auf einem Hügel nahe der Stadt Muhanga aus sieben der 21 anvisierten Krankenhäuser. Das ist vor allem für jene Einrichtungen wichtig, die weit von den vier regionalen Depots der ruandischen Regierung entfernt liegen. Dort mussten bisher stundenlange Fahrten über marode Straßen in Kauf genommen werden, um im Notfall Blutkonserven herbei zu holen.

Heute tippen die Labormitarbeiter einfach eine Bestellung auf dem Smartphone ein. Dann kommt innerhalb von 15 Minuten eine Drohne aus dem 15 Kilometer entfernt liegenden Zipline-Vertriebszentrum geflogen. Wenn die Drohnen in der Luft sind, wird ihr Flug auf einem iPad verfolgt. Dabei steht das Team in ständigem Kontakt mit der Flugsicherung in Kigali. Alle Routen wurden mit einer 3D-Satellitenkarte und detaillierten Bodenvermessungen vor Ort entwickelt. Mithilfe von Satellitennavigation wird die Strecke vor dem Abflug einprogrammiert. Dadurch gelingt es den Drohnen, Lasten exakt in einem Zielbereich von fünf Metern Durchmesser abzuwerfen.

Für den Einsatz von Drohnen bietet sich Ruanda mit seinen zwölf Millionen Einwohnern an. Denn das Land gehört zu den am dichtesten besiedelten Gegenden Afrikas. Mit seiner geringen Grundfläche ist es aber nicht viel größer als Brandenburg. Das bringt den Vorteil mit sich, dass Ziplines Drohnen mit ihrer Reichweite von 150 Kilometern von einem einzigen Startplatz aus fast das halbe Land beliefern können. Nun plant das Unternehmen, ein zweites Vertriebszentrum im Osten Ruandas zu bauen.

Mehr zu dem Thema lesen Sie in der neuen Ausgabe von Technology Review (im gut sortierten Zeitschriftenhandel und im heise shop erhältlich). (Jonathan W. Rosen ) / (inwu)

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