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Ruckelfreier Hobbit auch in vielen deutschen Kinos

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Bewegt sich geschmeidig über die Leinwand: "Hobbit"-Darsteller Martin Freeman.

(Bild: Warner Bros)

Regisseur Peter Jackson hat was gegen Bildruckeln: Seinen neuen Film "Der Hobbit – eine unerwartete Reise" hat er deshalb nicht nur in 3D, sondern auch mit 48 statt der seit Jahrzehnten üblichen 24 Bilder in der Sekunde gedreht. Auch in Deutschland wird man den Film zum Start am 13. Dezember mit der höheren Bildrate sehen können: Cinemaxx hat bereits offiziell angekündigt, an allen Standorten die sogenannte HFR-Version (High Frame Rate) zu zeigen; zudem sind viele Cineplex-, Cinestar- und UCI-Häuser sowie unabhängige Kinos mit von der HFR-Partie. Zusätzlich zum 3D-Aufschlag werden viele Kinobetreiber auch für die höhere Bildrate eine Zusatzgebühr kassieren, laut aktueller Cinemaxx-Preisliste wird das "Hobbit"-Ticket beispielsweise in München 2 Euro mehr kosten als andere 3D-Filme (14 statt 12 Euro).

[Update] Laut Cinemaxx beträgt der HFR-Zuschlag nicht 2 Euro, sondern 50 Cent. Die oben erwähnte Differenz von 2 Euro zwischen "Hobbit" und zum Beispiel dem 3D-Film "Asterix und Obelix" habe nicht ausschließlich mit HFR zu tun, sondern komme durch eine hauseigenene Klassifizierung zustande, bei der "Länge, Qualität der 3D-Effekte und vieles mehr" eine Rolle spielten. Insgesamt gäbe es bei Cinemaxx vier Intervalle. [/Update]

Eine aktualisierte Liste mit allen deutschen HFR-Kinos findet sich auf dem Blog "Digitale Leinwand". In Österreich hat bislang nur die Megaplex-Kette angekündigt, den "Hobbit" mit HFR-Technik zu zeigen, für die Schweiz liegen uns keine Informationen vor. [Update] Auch die österreiche UCI Kinowelt wird in ihren "iSens"-Sälen im Millenium City (Wien) und im SCS (Wiener Neudorf) die Hobbit-HFR-Version zeigen. [/Update]

Zweifellos: Konventionelles Kino ruckelt – für flüssige Bewegungen, gerade bei Kameraschwenks, sind die in Kinofilmen verwendeten 24 Bilder pro Sekunde zu wenig. Während man in den Anfangstagen des Kinos noch mit der Bildrate experimentierte, hat der Tonfilm in den späten 1920er Jahren die 24 fps zum Standard gemacht – als kleinsten gemeinsamen Nenner, den die Zuschauer bereit waren zu akzeptieren. Es hat danach immer wieder Versuche gegeben, die Bildfrequenz zu erhöhen (Todd-AO mit 30 fps, Maxivision mit 48 fps, Showscan mit 60 fps); doch all diese Versuche stammen aus der Zeit des teuren analogen Films und konnten sich wohl aus Kostengründen nie durchsetzen. Inzwischen ist das Kino fast flächendeckend digital und eine Bildratenerhöhung kostet Filmverleih und Kinobetreiber lediglich mehr Festplattenplatz. Kino-Traditionalisten schimpfen derweil bereits über den sterilen "Seifenopern"-Look.

Alle vier Hersteller von Digitalkino-Projektoren haben ihren Geräten inzwischen den Umgang mit HFR-Material beigebracht. Sowohl Sony bei seinen SXRD-Geräten als auch Christie, Barco und NEC, die Panels mit der DLP-Spiegeltechnik von Texas Instruments verwenden. Alle DLP-Projektoren mit "Series 2"-Chips können per Firmware-Update fit für die höheren Bildraten gemacht werden. Allerdings funktioniert das Ganze nicht mit externen Kinoservern: Die Dual-HD-SDI-Schnittstellen der externen Server schaffen die hohe erforderliche Übertragungsrate nicht, weshalb für HFR ein integrierter Server notwendig ist (Integrated Media Block). HFR-Filmvorführungen sind laut aktueller Kinospezifikation DCI lediglich in 2K-Auflösung (2048 × 1080 Pixel) möglich, 4K-Auflösung (4096 × 2160 Pixel) lässt sich ausschließlich mit 24 Bilder pro Sekunde nutzen. (jkj)