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Rumänien fordert von Nokia Staatshilfen zurück

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Nach Nokias Beschluss, das Handy-Werk in Rumänien nach nur drei Jahren zu schließen, will der rumänische Staat seine Zuschüsse zurück. Es geht um wenigstens einen Teil der 20 Millionen Euro, mit denen Nokia seinerzeit von Bochum nach Rumänien gelockt worden war. Ein am Donnerstag gegründeter Sonderausschuss des Regionalparlaments in Cluj soll die Lage prüfen.

Modell sei ausgerechnet der Fall Bochum, wo Nokia nach der dortigen Werksschließung Kompensationszahlungen an die Region geleistet habe, sagte der sozialistische Kreisrats-Abgeordnete Valentin Cuibus, der den Sonderausschuss initiiert hatte. Nach der Verlegung der Handy-Produktion von Bochum nach Rumänien hatte es in Nordrein-Westfalen viel Aufregung um staatliche Zuschüsse in Höhe von 88 Millionen Euro gegeben.

Die Regionalverwaltung und der rumänische Staat hätten die Millionen zur Einrichtung der notwendigen Infrastruktur für die Nokia-Fabrik bei Cluj beigesteuert, hieß es weiter. Das Werk steht auf einer früheren Ackerfläche, auf der es vorher keinerlei Zugang zu Wasser und Strom gab. Es gehe nun darum, zu prüfen, inwieweit Nokia den Vertrag mit den rumänischen Behörden erfüllt habe sowie zu klären, ob und wieviel von dem Geld dem rumänischen Staat zurückerstattet werden könne, sagte Cuibus.

Die Fabrik in Jucu war 2008 nach einer Investition von 60 Millionen Euro eingeweiht worden. Dort wurden einfache Handys aus importierten Teilen zusammengesetzt. Ende Dezember wird das Werk geschlossen. Nokia begründet dies damit, dass sich der Markt für die Geräte nach Asien verlagert habe und auch die Zulieferer dort säßen. (dpa) / (vbr)

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