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Run auf alte LCD-Fabriken

Bis vor gar nicht langer Zeit galten LCD-Panelfabriken der ersten Generationen noch als unliebsame Abschreibungsobjekte, denn sie taugten nicht mehr für die Panelproduktion für aktuelle Notebooks, Monitore oder Flachbildfernseher. Heute sind die älteren Produktionsstätten dagegen heiß begehrt: Die Newcomer unter den Panelherstellern übernehmen sie von den alten Hasen und fertigen entweder kleine Panels für Mobilgeräte oder nutzen sie zur Realisierung neuer Displaytechniken.

Große Panels etwa für Flachbildfernseher laufen derzeit in Fabriken der Generation sieben bis acht vom Band. Dabei ist es in erster Linie die Größe der Glassubstrate, die über die "Generation" einer Fabrik bestimmt. So sind die Glasscheiben, aus denen in der 8G-Fabrik von S-LCD (Joint Venture von Samsung und Sony) die LCD-Panels geschnitten werden, 2,20 m × 2,50 m groß. In der von Sharp geplanten Fabrik der zehnten Generation sollen sogar 2,85 m × 3,05 m große Glassubstrate verarbeitet werden können. Im Vergleich dazu scheinen beispielsweise die Substratgrößen einer 2G-Fab mit 37 cm × 67 cm recht mickrig, sind aber für die Produktion kleinerer Panels für Mobildgeräte ausreichend groß.

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So will Prime View International (PVI ) eine ältere Fab der Generation 2,5 kaufen, um darauf unter anderem Elektrophorese-Displays (sogenanntes E-Paper) zu produzieren. Im Gespräch ist eine alte Philips-Linie oder eine Fab von Boe Hydis. Das taiwanische Unternehmen produziert auf seiner ersten 2,5-G-Fab bereits E-Paper-Displays der Firma E-Ink für Sonys eReader sowie den Iliad von iRex und ist zudem Auftragsfertiger für die iMod-Displays der Firma Qualcomm.

Chungwha Picture Tubes (CPT) wird seine 3G-Panelfabrik für 201 Millionen US-Dollar an den taiwanischen Modulhersteller Giantplus Technology verkaufen. Im Gegenzug übernimmt der taiwanische Panelhersteller ein Drittel der Giantplus-Anteile. Giantplus will in der Fab Displays für Mobiltelefone fertigen, hat aber auch die digitalen Bilderrahmen im Blick.

Die taiwanische Wintek Corp. übernahm bereits die zweite Fabrik von HannStar Display: Im vergangenen Jahr für 186 Millionen US-Dollar die erste 3G-Fab und nun die zweite 3G-Fab für 273 Millionen Dollar. Auf beiden Linie sollen Haupt- und Subdisplays für Mobiltelefone vom Band laufen. Außerdem will auch Wintek künftig LCDs für digitale Bilderrahmen fertigen und hat dazu ein Memorandum of Understanding mit dem taiwanischen Flash-Spezialisten Phison Electronics geschlossen.

Kleinere Displays benötigt man zudem für Vistas Sideshow, etwa als umfangreichere Statusanzeige im Deckel von Notebooks. Als weiteres interessantes Feld für kleinere LCDs gilt der Autobereich: Die In-Car-Systeme für GPS oder das Audio- und Video-Equipment benötigen neben kleinen Statusanzeigen ausgereifte Displays mit Diagonalen bis zehn Zoll. Da sich die großen Panelhersteller derzeit insbesondere auf die gewinnträchtigeren LCDs für große Flachbildfernseher, Notebooks und Monitore konzentrieren, sehen die kleineren Hersteller im Bereich der kleinen bis mittelgroßen LCDs (bis zehn Zoll Diagonale) ihre Chance. (uk)

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