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Russische Flagge in Hundehaufen: Russland blockiert Shutterstock wegen Symbolfoto

Russische Behörden haben die Stockfoto-Seite Shutterstock blockiert – wegen eines Bildes einer russischen Flagge, die in einem Hundehaufen steckt.

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(Bild: Negro Elkha/Shutterstock.com)

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Wer im Internet auf der Suche nach Symbolfotos ist, findet sich gelegentlich auf den Seiten von Shutterstock wieder, einem großen amerikanischen Fotoportal. Für russische Nutzer war damit jedoch Ende der vergangenen Woche Schluss, denn die staatliche Medienaufsicht Roskomnadzor hatte auf Anweisung des Generalstaatsanwalts die Domain image.shutterstock.com auf ihre wachsende Blockliste im zunehmend zensierten und abgeschotteten russischen Internet gesetzt. Der Grund waren eine Handvoll Bilder, die die russischen Behörden als "Beleidigung staatlicher Symbole" eingestuft hatten: Aufnahmen einer kleinen russischen Flagge nämlich, die in Haufen von Hundekot verschiedener Größe und Farbe steckte.

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Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

Hochgeladen hatte die Bilder ein Shutterstock-Nutzer namens "Aijaphoto", der laut seinem Profil aus der lettischen Hauptstadt Riga kommt und aus der Intention der Fotos keinen Hehl machte: Nach Angaben von Gizmodo seien sie mit einem Beschreibungstext versehen gewesen, in dem es hieß, sie "symbolisieren Protest gegen die russische Politik". Gegenüber Reuters hat Roskomnadzor am Montag bestätigt, dass die Bilder der Auslöser für die Blockierung waren. Shutterstock erklärte der Nachrichtenagentur, man sei darüber informiert, dass die russische Aufsichtsbehörde die Bilder als "anstößig" einstufe und bemühe sich darum, sie zu entfernen, um die Seite russischen Nutzern wieder zugänglich zu machen.

(Bild: Screenshot Shutterstock/Gizmodo)

Die Bilder sind inzwischen tatsächlich nicht mehr aufzufinden, weder auf der englischsprachigen noch der russischen Shutterstock-Seite, der Account von "Aijaphoto" wurde bisher allerdings nicht gelöscht. Ob die Domain inzwischen wieder freigegeben wurde, ist unklar – am Wochenende listete die russische NGO Roskomsvoboda bereits eine Reihe weiterer Shutterstock-Bilder auf, die russische Behörden als inakzeptabel eingeschätzt hatten. Den URLs zufolge handelte es sich offenbar um Symbole für Selbstmord oder selbstverletzendes Verhalten.

Im März hatte Russlands Präsident Wladimir Putin Gesetze unterzeichnet, die unter anderem fehlende Wertschätzung gegenüber staatlichen Institutionen und Symbolen im Internet bekämpfen sollen. Bereits damals hatten Kritiker befürchtet, dass sie – wie schon frühere Kontrollvorgaben gegen unerwünschte Netzinhalte – zur willkürlichen Sperrung von Internetseiten benutzt werden könnten. Nun ist Shutterstock als eine der ersten großen westlichen Internetseiten auf eher unappetitliche Weise über den neuen gesetzlichen Fallstrick gestolpert. (siko)