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Russische Hackergruppen sollen Informationen zu Trump bei US-Demokraten gestohlen haben

Zwei russische Hackergruppen sollen es sich über ein Jahr lang in den Computernetzwerken der Demokratischen Partei der USA gemütlich gemacht haben. Dort griffen sie mutmaßlich Daten zu Präsidentschaftsbewerber Trump ab.

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Trump an Rednerpult mit ausgestrecktem Zeigefinger

Die Angreifer hatten es offensichtlich auf die Informationen abgesehen, die die Demokraten über Donald Trump sammelten.

(Bild: Gage Skidmore CC-BY-SA 2.0)

Russische Geheimdienste sollen angeblich die Computersysteme der Demokratischen Partei der USA infiltriert und überwacht haben. Das berichtet die Washington Post. Demnach sollen sich Hacker Zugang zu den Computern der Partei verschafft und unter anderem gesammelte Informationen zum designierten republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump ausgekundschaftet haben.

Die Demokratische Partei und die von ihr beauftragte Sicherheitsfirma gehen von einer Spionage-Kampagne aus, da weder Finanzdaten, Daten zu Parteispenden oder persönliche Informationen abgerufen oder kopiert wurden. Für die Theorie sprächen auch die Vorgehensweise und gezeigte Expertise. Die Hacker hätten sich Zugriff auf Mails und Chatprotokolle verschafft und Mitarbeiter überwacht, die Informationen zu Trump sammelten.

Zudem sollen US-amerikanische Behörden gegenüber der Washington Post bestätigt haben, dass sowohl die Computernetzwerke der Präsidentschaftsbewerber Trump und Clinton als auch Computer anderer Politiker von russischen Hackern attackiert worden sind. Details zu diesen Fällen nannten die Behörden allerdings nicht. Ein Sprecher der russischen Botschaft erklärte gegenüber der Zeitung, dass er nichts von solch einer Spionage-Kampagne wisse.

Laut der von der Demokratischen Partei beauftragten Sicherheitsfirma CrowdStrike sollen die russischen Hacker über ein Jahr lang in den Computersystemen der Partei unterwegs gewesen sein. Außerdem hätten die Analysen ergeben, dass sich zwei verschiedene Hackergruppen in den Netzwerken aufgehalten hätten. Das Unternehmen nennt sie "Fancy Bear" and "Cozy Bear".

Diese russischen Hackergruppen kenne die Firma schon durch andere Spionage-Kampagnen. Sie seien äußerst hochentwickelt und würden häufig Zero-Day-Lücken ausnutzen. Teilweise würden sich die Hacker bei ihren Operationen in die Quere kommen, was allerdings nicht ungewöhnlich sei. Die verschiedenen Geheimdienste würden um die Gunst von Putin wetteifern, so das Unternehmen. Die Gruppe Fancy Bear soll mutmaßlich für den russischen Militär-Geheimdienst GRU arbeiten. Für wen Cozy Bear arbeitet, sei nicht ganz klar, CrowdStrike vermute aber den FSB hinter der Gruppe.

Vermutlich haben sich die Hacker über Spearphishing-Mails an Mitarbeiter Zutritt zu den Netzwerken verschafft. Dort seien sie dann unter dem Radar geflogen, da sie, so CrowdStrike, keine Malware installieren mussten, sondern Windows-interne Tools für ihre Zwecke nutzten. Die Infiltrierung sei dann im April durch ungewöhnlichen Netzwerkverkehr aufgefallen.

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Der Angriff zeige, wie sehr Russland an dem US-amerikanischen politischen System interessiert sei, erklären Analysten. Die Hacker seien auf der Suche nach Informationen zu Bewerbern, ihren Schwächen und Plänen. Andere Geheimdienste würden ähnlich verfahren, auch die US-amerikanischen.

Ein ehemaliger Mitarbeiter der CIA und der NSA, Robert Deitz, bestätigte gegenüber der Washington Post, dass derlei Spionage-Kampagnen darauf ausgelegt seien, die "Neigungen" von Politikern zu erfahren. Informationen zu Trump seien unter anderem deshalb sehr interessant, da dieser auch außerhalb der USA Investitionen getätigt hätte. Ein Wissen über diese Geschäfte könnte bei späteren politischen Verhandlungen helfen.

Zudem, so Analysten gegenüber der Zeitung, würden ausländische Geheimdienste zu Hillary Clinton schon seit Jahren Material sammeln, Trump sei allerdings eine Überraschung im Präsidentschaftswahlkampf. Hier müssten die Geheimdienste "noch aufholen".

Hillary Clinton kommentierte das Geschehen in einem Interview mit Telemundo. Bisher gehe man davon aus, dass ihre Kampagne nicht gehackt worden sei. Das Thema Cybersicherheit sei für sie allerdings ein wichtiges Thema, wenn sie Präsidentin würde. Denn es sei klar, dass immer mehr Länder Hacker einsetzen würden, um Informationen zu stehlen, um diese zu ihrem Vorteil zu nutzen. (kbe)

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