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Russische U-Boote haben Datenkabel im Nordatlantik im Visier

Das Lahmlegen oder Abhören von Datenkabeln im Meer könnte fatale wirtschaftliche Konsequenzen haben. Angeblich interessieren sich die Russen über Gebühr für die sensiblen Infrastrukturkomponenten.

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Seekabel

(Bild: dpa, TE SubCom/Arctic Cable Company)

Die Nato ist nach einem Medienbericht alarmiert über zunehmende Aktivitäten russischer U-Boote in der Nähe wichtiger Datenkabel im Nordatlantik. Die Operationen hätten ein Ausmaß erreicht, wie es der Westen seit Ende des Kalten Krieges nicht mehr erlebt habe, schilderte die Washington Post am Samstag unter Berufung auf hochrangige Militärvertreter in Brüssel.

Demnach stellen die Kabel den Internetverkehr und andere Kommunikationsverbindungen nach Europa und Nordamerika sicher. Über diese Kanäle würden auch täglich Handelsgeschäfte im Umfang von Billionen Dollar abgewickelt. Wenn es gelänge, diese Verbindungen zu kappen, hätte das immense Folgen für die globale Wirtschaft. Würden die Kabel angezapft, könnten sie Moskau wertvolle Einblicke in den internationalen Internetverkehr geben.

"Russland zeigt klar ein Interesse an der Unterwasser-Infrastruktur der Nato und der Nato-Länder", zitierte die Washington Post US-Admiral Andrew Lennon, den Kommandeur der U-Boot-Streitmacht des westlichen Bündnisses. Der Zeitung zufolge ist die Nato mittlerweile so nervös, dass sie zur Sicherung des Nordatlantiks die Wiedereröffnung eines nach dem Kalten Krieg geschlossenen Kommandopostens plane. Auch arbeiteten Nato-Verbündete daran, ihre Anti-U-Boot-Kampfkapazitäten zu verbessern.

Zudem hätten die Aktivitäten den Westen zur Wiederbelebung ihrer Fähigkeiten zur U-Boot-Jagd gezwungen. Das habe man zwar auch nach dem Kalten Krieg immer wieder geübt, aber in den vergangenen Monaten sei es notwendig geworden, das Aufspüren tatsächlich zu praktizieren. (dpa) / (jd)

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