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Russland: Reste des Tschebarkul-Meteoriten gefunden

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Am Tschebarkul-See in der russischen Region Tscheljabinsk sind Überreste des Meteoriten gefunden worden, der am vergangenen Freitag mehr als 1200 Menschen verletzt hatte. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti unter Berufung auf einen Wissenschaftler der Uralischen Föderalen Universität in Jekaterinburg. Eine Untersuchung habe ergeben, dass die Steine von einem Chondriten stammen, also einem Steinmeteoriten mit einem Eisengehalt von rund 10 Prozent. Er werde höchstwahrscheinlich den Namen "Tschebarkul-Meteorit" erhalten.

Meteosat-9-Aufnahme des Einschlags

(Bild: copyright 2013 EUMETSAT)

In dem See selbst haben Taucher keine Überreste finden können, berichtet Ria Nowosti. In der Eisschicht auf dem zugefrorenen See war kurz nach dem Einschlag ein Loch mit einem Durchmesser von sechs Metern entdeckt worden. Außerdem habe der russische Inlandsgeheimdienst FSB mit fünf Hubschraubern nach Überresten gesucht, aber auch nichts gefunden.

Laut der US-Weltraumagentur NASA hatte der Meteorit vor seinem Eintritt in die Atmosphäre einen Durchmesser von etwa 17 Metern und wog rund 10.000 Tonnen. Beim Auseinanderbrechen sei dann das TNT-Äquivalent von fast 500 Kilotonnen freigesetzt worden, mehr als 30 Mal soviel wie beim Atombombenabwurf auf Hiroshima. Ein Ereignis dieser Größenordnung geschehe etwa einmal in einem Jahrhundert und der Meteorit von Russland sei denn auch der größte seit dem Tunguska-Ereignis aus dem Jahr 1908.

Unterdessen hat die ESA eine Aufnahme veröffentlicht, die zeigt, wie sich der Asteroid 2012 DA14 wieder von der Erde entfernt. Der Anfang 2012 entdeckte Gesteinsbrocken hatte die Erde am Freitag in einer Entfernung von 28.000 Kilometern Entfernung passiert. Einen Zusammenhang zum Tschebarkul-Meteoriten gab es jedoch nicht. In diesem Jahrhundert wird 2012 DA14 der Erde nicht mehr so nahe kommen. Ein Einschlag hätte auch deutlich verheerendere Folgen als der des Tschebarkul-Meteoriten am Freitag.

Der Strich ist 2012 DA14

(Bild: ESA/Instituto de Astrofísica de Canarias/Iciar Montilla, Julio Castro, Alfred Rosenberg)

(mho)

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