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Russland: Viele Verletzte durch Meteoritenschauer

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In Russland wurden über hundert Menschen durch eine ganze Reihe von Meteoriteneinschlägen verletzt. Das meldet die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti am heutigen Freitag. Demnach waren drei Regionen in Russland, aber auch das Nachbarland Kasachstan von dem Phänomen betroffen. Laut dem russischen Zivilschutzministerium handelte es sich um die Überreste eines großen Himmelskörpers, der nach dem Eintritt in die Atmosphäre zersplittert ist.

Aufnahmen aus Tscheljabinsk
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Insgesamt wurden laut Ria Nowosti mehr als 700 Menschen verletzt, drei davon schwer. Besonders heftig waren die Folgen demnach in der Region Tscheljabinsk. Viele trugen Schnittwunden davon, als nach den Einschlägen Fenster zu Bruch gingen. Außerdem seien die Regionen Swerdlowsk und Tjumen von dem Phänomen getroffen worden. Inzwischen seien auch 20.000 Notfallkräfte mobilisiert worden. Die Polizei sei darüber hinaus beauftragt worden, beschädigte Gebäude vor Plünderern zu schützen und nach Überresten der Meteoriten zu suchen.

Während die russische Atomenergiebehörde Rosatom laut der Süddeutschen Zeitung bereits versichert habe, die dortigen Atomanlagen seien nicht betroffen, habe Vizeregierungschef Rogosin die Gelegenheit genutzt, um für die Errichtung eines internationalen Schutzschirms zu werben. Gegenwärtig hätten weder Russland noch die USA die Möglichkeit, solche Himmelskörper abzuwehren. Unterdessen tauchen auf Youtube immer mehr Videos auf, die entweder die Flugbahn der Meteoriten am klaren Himmel zeigen oder die Folgen der Einschläge dokumentieren.

Das Geschehen fällt auf einen Tag, an dem der erdnahe Vorbeiflug eines Asteroiden mit mindestens 50 Metern Durchmesser weltweit für Aufsehen sorgt. Der Gesteinsbrocken namens 2012 DA14 wird sich der Erdoberfläche bis auf 28.000 Kilometer nähern und damit den Bereich des geostationären Rings erreichen. Eine Gefahr für die Erde geht von ihm aber nicht aus, versichert die ESA.

[Update 15.02.2013 - 16:10 Uhr] Die Zahl der Verletzten ist im Laufe des Tages weiter gestiegen und inzwischen gehen russische Behörde von mehr als 700 aus, darunter 159 Kinder. Laut Ria Nowosti sind allein in der Region Tscheljabinsk rund 3000 Gebäude beschädigt worden. Außerdem seien Hunderte Wohnungen von der Gasversorgung abgeschnitten. Insgesamt seien sechs Städte in der Region betroffen. Ein Teil des Meteoriten soll in den See Tschebarkul gestürzt sein, dort wurde ein Loch von sechs Metern Durchmesser fotografiert.

Laut der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos sei der Meteorit auf einer ungewöhnlichen Flugbahn mit 30 Kilometern pro Sekunde in die Atmosphäre eingedrungen. Solche Himmelskörper seien schwer vorherzusagen. Dank vieler fest installierter Videokameras mit denen sich russische Autofahrer laut dpa gegen falsche Behauptungen korrupter Polizisten absichern wollen, gibt es mittlerweile sehr viele Aufnahmen der Meteoriten. Einige davon sind jedoch mit einem GEMA-Hinweis aus Deutschland bereits nicht mehr sichtbar. Die Musikverwertungsgesellschaft weist jedoch die Verantwortung dafür von sich. (mho)

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