Russland klagt FBI-Ermittler an

Der russische Geheimdienst FSB hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen Agenten der US-Bundespolizei FBI eröffnet, dem vorgeworfen wird, illegal in russische Computer eingedrungen zu sein.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 264 Beiträge
Von
  • Wolfgang Stieler

Der russische Geheimdienst FSB hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen Agenten der US-Bundespolizei FBI eröffnet, dem vorgeworfen wird, illegal in russische Computer eingedrungen zu sein. Das berichtet Radio Free Europe unter Berufung auf die Moscow Times. Der FBI-Ermittler Michael Schuler hatte vor zwei Jahren zwei mutmaßliche russische Cracker mit einem fiktiven Job-Angebot der Scheinfirma Invita Security in die USA gelockt, bei einem ebenso fingierten Eignungstest Passwörter gestohlen und damit später Beweismaterial von deren Rechner in Russland herunter geladen.

Ein US-Gericht hatte die umstrittenen Ermittlungsmethoden im vergangenen Sommer für legal erklärt. US-Richter John C. Coughenour hatte nach US-Medienberichten den Antrag des Anwaltes eines der Angeklagten abgewiesen, der erreichen wollte, dass vom FBI beschaffte Dateien nicht als Beweismittel zugelassen werden. Der Anwalt hatte argumentiert, das FBI habe gegen den vierten Verfassungszusatz verstoßen. Der Richter hielt dagegen, die Computer der Verdächtigen hätten sich nicht in den USA befunden und wären auch nicht das Eigentum von US-Bürgern. Aus diesem Grund sei der vierte Verfassungszusatz nicht anwendbar. Außerdem hätten die FBI-Ermittler zwar die umstrittenen Daten ohne richterliche Genehmigung heruntergeladen, vor der Analyse der 250 Gigabyte Beweismittel hätten sie sich allerdings einen Durchsuchungsbeschluss besorgt. (wst)