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Russland sperrt Webseite über die annektierte Halbinsel Krim

Weil es ein Interview mit einem Vertreter der von Russland annektierten Halbinsel Krim veröffentlicht hat, wurde ein ganzes Nachrichtenportal für alle russischen Internetnutzer blockiert. Die Nachrichtenseite wird aus den USA finanziert.

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(Bild: dpa, Karl-Josef Hildenbrand/Archiv)

Wegen eines umstrittenen Interviews mit einem Vertreter der Krimtataren hat Russland eine regierungskritische Webseite über die annektierte Halbinsel Krim gesperrt. Das Interview rufe zu Sabotage und Extremismus auf, sagte Staatsanwältin Natalia Poklonskaja am Donnerstag der Agentur Interfax. Die Betreiber des Nachrichtenportals Krym.Realii wiesen die Vorwürfe zurück. Die Webseite gehört zum US-finanzierten Sender Radio Free Europe.

Das Portal hatte ein Interview mit einem Vertreter der Minderheit der Krimtataren veröffentlicht. Er gehört der Vertretung der Krimtataren, dem Medschlis an, den die russischen Behörden gegen internationalen Protest als extremistische Organisation einstufen.

Die Generalstaatsanwaltschaft hatte daraufhin die Medienaufsicht Roskomnadsor in Moskau aufgefordert, lediglich die Seite mit dem Interview zu sperren. Die Betreiber des Nachrichtenportals wiesen jedoch darauf hin, dass die Webseite in Russland insgesamt nicht mehr abrufbar sei. Beobachter werfen Moskau vor, seit der Krim-Annexion 2014 gezielt gegen kritische Stimmen vorzugehen. (dpa) / (mho)

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