SAP: Gewinneinbruch wegen Konzernumbaus, Cloud-Geschäft erfolgreich

Die Umstrukturierung des Unternehmens beschert SAP für 2019 ein ordentliches Loch in der Kasse, doch die Cloud-Geschäfte sind weiter im Aufwind.

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(Bild: nitpicker/Shutterstock.com)

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Der größte europäische Softwarekonzern SAP hat für das zurückliegende Geschäftsjahr 2019 einen Gewinneinbruch um 17 Prozent auf 3,39 Milliarden hinnehmen müssen. Als Grund für den Rückgang nannte der DAX-Konzern Aufwendungen für die Restrukturierung des Unternehmens und den damit einhergehenden Stellenabbau mit Abfindungszahlungen. Zudem hat die Übernahme des US-Unternehmens Qualtrics ein großes Loch in die Kasse gerissen. Das teilte SAP am Dienstag in einer Mitteilung für das vierte Geschäftsquartal mit.

Dem Quartalsbericht nach hat SAP für das Gesamtjahr ihren Umsatz um 12 Prozent auf rund 27,6 Milliarden Euro steigern können. Nach Bereinigung um Sondereffekte für den Konzernumbau und die Acquisition von Qualtrics kletterte der Gewinn um 15 Prozent auf 8,21 Milliarden Euro. Dies entspricht den Erwartungen der Analysten. Luka Mucic, Finanzvorstand von SAP, zeigte sich mit diesem Ergebnis zufrieden: "Das fünfte Jahr in Folge haben wir unseren Ausblick für das Gesamtjahr erreicht. Besonders stolz bin ich auf unseren starken Anstieg der Non-IFRS-Ergebnisse und ­Margen bei einem weiterhin bemerkenswerten Umsatzwachstum. Dieser Erfolg wäre ohne das Engagement, die Innovationskraft und Disziplin unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht möglich gewesen."

Das erzielte Umsatzplus geht vor allem auf das Konto der Cloud-Geschäfte von SAP zurück. Hier erzielte das Unternehmen eine Steigerung von 39 Prozent auf rund 6,93 Milliarden Euro (IFRS) in 2019. Der Umsatz aus dem Cloud- und Softwaregeschäft zusammengenommen liegt bei rund 23 Milliarden Euro, einem Zuwachs von 12 Prozent. Der Umsatz mit Softwarelizenzen sank dabei im Vergleich zu 2018 um etwa 2 Prozent.

Im Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2020 sieht SAP weiterhin ein deutliches Wachstum des Cloud-Geschäfts. In diesem Bereich erwartet SAP eine Wachstumsrate zwischen 24 und 28 Prozent. Als Umsatzziel gibt das Unternehmen zwischen 8,7 Milliarden Euro und 9 Milliarden Euro (Non-IFRS, währungsbereinigt) aus.

Für die Bereiche Cloud und Software zusammen erwartet der Konzern 25,1 Milliarden Euro, mindestens sollen jedoch 24,7 Milliarden Euro erzielt werden. Währungsbereinigt entspricht dies ein Wachstum von zwischen 6 und 8 Prozent im Vergleich zu 2019. Für den Gewinn peilt SAP eine Wachstumsrate zwischen 8 und 13 Prozent an. Das Betriebsergebnis soll dann zwischen 8,9 Milliarden Euro und 9,3 Milliarden Euro (Non-IFRS, währungsbereinigt) liegen.

Bereits am Montag, noch vor der offiziellen Verlautbarung der Geschäftszahlen, brach der Aktienkurs von SAP sichtlich ein: Die Aktie war mit 124,54 Euro gestartet, endete zum Tagesschluss lediglich mit 122,46 Euro. (olb)