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SAP dementiert Berichte über HANA-Hintertüren

Der Softwarehersteller weist Berichte von sich, laut denen er in seine Produkte eigens Hintertüren für Geheimdienste eingebaut habe.

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SAP dementiert Berichte über HANA-Hintertüren

Bill McDermott auf der CeBIT

(Bild: SAP)

SAP-Chef Bill McDermott hat sich auf der CeBIT zu Gerüchten geäußert, dass sein Unternehmen mit den Geheimdiensten zusammenarbeitet: "Es gibt keine Hintertüren in der SAP-Technik Punkt", erklärte der US-Amerikaner und ergänzte, dass SAP keine Vorschriften erlässt, was Regierungen oder ihre Dienste mit der In-Memory-Datenbank HANA analysieren.

Für Aufregung hatte zuvor ein Bericht des MDR-Magazins Fakt gesorgt, demzufolge HANA von der NSA genutzt wird. Die im Bericht gemachten Vorwürfe wurden von den MDR-Autoren noch einmal verschärft. SAP hingegen betont, dass die öffentliche Sicherheit durch Technik abzusichern eine der vornehmsten Aufgaben von SAP-Software sei, die keinerlei Hintertüren enthalte. McDermott ergänzte nun: "Es ergibt keinen Sinn in einem freien Markt, jemanden Software zu verkaufen und diesem dann zu diktieren, was er mit ihr zu tun und zu unterlassen hat."

Den Hintergrund der Vorwürfe lieferte wieder einmal der belgische Unternehmer Jo Lernout, der von "Fakt" bereits im November 2013 als Kronzeuge für die NSA-Verflechtungen präsentiert wurde, damals im Bereich der Sprachtechniken. Nun erklärte der als "Branchenkenner" geführte Lernout den Reportern, dass SAP-Spezialisten US-Diensten dabei helfen sollen, enorme Datenmengen durchsuch- und auswertbar zu machen.

Als Indiz für diese These wird zusätzlich die Übernahme bestimmter Firmen durch SAP gewertet, etwa der Kauf von Inxight, einem vom Geheimdienstausgründer Q-Tel und Deutscher Bank geförderten Startup. Auch der Kauf von Sybase durch SAP soll als Beweis herhalten, da dessen wichtigster Regierungskunde die NSA gewesen sein soll. (anw)