SAP korrigiert Jahresausblick und will sparen

Das Coronavirus verhagelt SAP die Bilanz. Nach solidem Start in das Geschäftsjahr passt das Unternehmen nun seine Ziele für 2020 an.

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(Bild: nitpicker/Shutterstock.com)

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Der Softwarekonzern SAP blickt vor dem Hintergrund der Coronakrise vorsichtiger auf das laufende Jahr. Beim Umsatz sei nun währungsbereinigt mit 27,8 Milliarden Euro bis 28,5 Milliarden Euro zu rechnen, teilte das Unternehmen am späten Mittwochabend in Walldorf mit. Zuvor hatte SAP mit mehr als 29 Milliarden Euro gerechnet nach 27,63 Milliarden Euro im Vorjahr.

Beim Gewinn rechnet SAP nun mit währungsbereinigt 8,1 Milliarden Euro bis 8,7 Milliarden Euro. Bisher ging das Unternehmen von einem Gewinn von mindestens 8,9 Milliarden Euro und maximal 9,3 Milliarden Euro aus. 2019 hatte der Gewinn noch bei 8,21 Milliarden Euro gelegen. Aufgrund der großen Unsicherheit rund um die Coronakrise seien alle Zahlen für 2020 aber nur Näherungswerte, hieß es weiter.

Die Geschäftstätigkeit in den ersten beiden Monaten des ersten Quartals sei den vorläufigen Ergebnissen zufolge aber noch solide gewesen. Zum Ende des ersten Quartals hätten sich die Auswirkungen der Coronakrise dann rasch verstärkt. Sehr gut lief im ersten Quartal weiterhin das Cloudgeschäft. Im Jahresvergleich stiegen die Umsätze um 29 Prozent auf 2,01 Milliarden Euro, heißt es in der SAP-Mitteilung. Dagegen sank der Umsatz mit Softwarelizenzen um 31 Prozent, was etwa 0,45 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Grund hierfür ist, dass viele Neuabschlüsse verschoben wurden.

Trotzdem legte der Umsatz im ersten Jahresviertel noch um währungsbereinigt 5 Prozent auf 6,52 Milliarden Euro zu. Der Betriebsgewinn (Non-IFRS) sank währungsbereinigt um 1 Prozent auf 1,48 Milliarden Euro.

SAP hat auf die neuen Bedingungen schnell reagiert und eine neue Strategie eingeschlagen, teilte das Unternehmen mit. So seien nun ein virtueller Vertrieb und Remote-Implementierungen ermöglicht worden. Um weiterhin profitabel zu bleiben, will SAP aber sparen. Es sollen weniger neue Mitarbeiter eingestellt werden, um kurzfristig Ausgaben zu senken. Außerdem setzt das Unternehmen künftig auf weniger Geschäftsreisen. Stattdessen wolle man eher virtuell ausgerichtete Veranstaltungen nutzen. (olb)