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SAP setzt auf MySQL

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Der Software-Gigant SAP ist eine Partnerschaft mit dem schwedischen Datenbankentwickler MySQL eingegangen. Als Ziel der Zusammenarbeit nennt SAP die gemeinsame Entwicklung eines neuen Open-Source-Datenbanksystems für Unternehmensanwendungen. Der Schachzug passt gut ins Walldorfer Konzept, die kommerzielle Bedeutung von Datenbankservern zu reduzieren. SAP rümpft schon länger die Nase, Datenbanken seien eigentlich zur Allerweltsware geworden und kein Anlass, Anwendern riesige Lizenzkosten abzuverlangen. Diese Devise fährt zudem Mitbewerbern wie Oracle in die Parade, die nach der Meinung von Marktinsidern die Verbreitung ihrer Unternehmensanwendungen mit dem bislang höchst profitablen Datenbankgeschäft quersubventionieren.

Sowohl SAP als auch MySQL vertreiben bereits heute ihre eigenen Datenbankerver: Aus Walldorf kommt SAPDB in den aktuellen Versionen 7.x unter der GNU Public License (GPL) mit Schnittstellen unter der lesser GPL, welche den Entwicklern den Schutz ihrer Erweiterungen ermöglicht. Der Open-Source-Server MySQL ist je nach Anwendungsfall kostenlos oder gegen Lizenzgebühr in den Versionen 4.x erhältlich.

Aus beiden Produkten soll nach einer mehrjährigen Zusammenarbeit der Hersteller ein neuer Server hervorgehen. "Die primäre Verantwortung in der Entwicklung und im Produkt Management" dafür liegt bei MySQL, erklärt SAP-Sprecher Karl-Heinz Hess den SAP-Kunden in einem Rundbrief. Den Support für die kommende Datenbank wollen sich SAP und MySQL teilen. Ganz nebenbei verbreitert sich SAPs Datenbanksupport dadurch bald um die riesige Gemeinde von MySQL-Spezialisten und -Entwicklern.

Bis das neue System fertiggestellt ist, wird die bestehende SAPDB weiterhin in Walldorf gepflegt, allerdings ab jetzt unter dem Markennamen MySQL. Das neue Branding soll ausdrücklich die einzige Veränderung sein, auf die sich die SAPDB-Anwender einstellen müssen. (hps)