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SATA-Ports bei Haswell-E-Systemen nur eingeschränkt nutzbar

Heimlich, still und leise hat Intel den SATA-Treiber für den X99-Chipsatz zurückgezogen. Deshalb fehlen an einigen Ports bestimmte Funktionen.

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Board-Hersteller bewerben die zahlreichen SATA-Anschlüsse ihrer LGA2011-v3-Mainboards. Doch wegen eines Treiberproblems gibt es Einschränkungen.

Die Ende August gestartete High-End-Plattform LGA2011-v3 von Intel bringt als Neuerungen nicht nur Achtkernprozessoren und DDR4-Speicher, sondern erlaubt es auch 10 SATA-6G-Laufwerke am X99-Chipsatz anzuschließen. Letzterer ist eng verwandt mit den Workstation- und Serverchipsätzen der Reihe C610 für Xeon-E5-Prozessoren. Die Chipsätze der Serie 8 und 9 für die günstigeren LGA1150-CPUs sind hingegen für maximal 6 SATA-6G-Ports ausgelegt.

Im Download-Bereich von Intel fehlt Version 4.1.1046 des RSTe. Die Vorgängerversion ist jedoch als veraltetet markiert.

Die X99- und C610-Chipsätze verwenden deshalb einen speziellen SATA-Treiber, den Intel als Rapid Storage Technology Enterprise (RSTe) bezeichnet. Inzwischen ist der RSTe-Treiber mit der Versionsnummer 4.1.0.1046 jedoch aus den Download-Bereichen für X99-Produkte von Intel und der Mainboard-Hersteller wie Asus, Asrock, Gigabyte und MSI kommentarlos verschwunden.

Auf Nachfrage erklärte Asus, dass diese RSTe-Treiberversion den ATA-Befehl Trim im RAID-0-Betrieb nicht unterstützt und deshalb zurückgezogen wurde. Eine neue Treiberversion für den X99-Chipsatz sei nicht geplant. Von Asrock erhielten wir die Antwort, dass man stattdessen den Rapid-Storage-Technology-Treiber (RST) 13.1 installieren soll.

(Update:) Mittlerweile konnte Intel Deutschland einige technische Fragen klären. So werde ATA Trim im RAID 0 vom RSTe sehr wohl unterstützt. Der Treiber sei auch nicht zurückgezogen worden, sondern stehe weiter auch in neuen Versionen zum Download bereit (siehe unten). Allerdings unterstützt Intel auf X99-Mainboards nur den RST-Treiber und nicht den RSTe-Treiber. Letzterer unterstützt nämlich einige Funktionen zur Energieverwaltung nicht und auch nicht das SSD-Caching namens Smart Response Technology (SRT). (/Update)

Der RST-Treiber kann jedoch nur die ersten sechs SATA-6G-Ports des X99-Chipsatzes ansprechen. RAID-Verbünde an LGA2011-v3-Systemen lassen sich mit der Intel-Software folglich nur über maximal sechs Festplatten oder Solid-State Disks einrichten. (Update:) Das steht auch so im PDF-Datenblatt zum X99 in Kapitel 1.3.1, wo ausdrücklich auch nur der RST-Treiber ab Version 13.1 erwähnt wird (/Update)

Die übrigen vier Ports melden sich gegenüber dem Betriebssystem erst, wenn dort ein Laufwerk angeschlossen ist und erscheinen dann als separater zweiter Controller, der vom Standard-AHCI-Treiber von Windows kontrolliert wird. Das hat unter anderem die Nachteile, dass in der Treiberoberfläche des RST nicht alle angeschlossenen Massenspeicher sichtbar sind und dass an den vier hinteren Ports bestimmte Funktionen des SATA Link Power Management fehlen.

Mit einer gezielten Suche konnten wir den aktuellen RSTe-Treiber im Download-Bereich von Intel dennoch aufspüren. Diese Variante ist zwar für Server-Boards und Windows 2012 Server gedacht, lief auf einem unserer X99-Testsysteme aber ohne Probleme unter Windows 8.1, wenn die SATA-Ports im AHCI-Modus laufen. (Update:) Für RAID ist beim X99 aber der RST nötig. (/Update)

Wir hatten bei Intel zu diesem Thema bereits eine Woche vor der ersten Veröffentlichung dieser Meldung nach einer Stellungnahme gefragt, aber damals keine Antwort erhalten.

SATA-Treiberprobleme bei X99-Chipsätzen (4 Bilder)

Mit dem RST-Enterprise-Treiber sind alle SATA-Geräte sichtbar.

(chh)