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SCO mit neuen Unix-Angeboten

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Nach der Bekanntgabe ihrer schlechten Quartalszahlen hat die SCO Group im Rahmen einer Telekonferenz eine ganze Reihe von Produkten angekündigt. Sie sollen unterstreichen, dass die Firma als Produzent von Unix-Software den Markt bedient und sich nicht allein auf die Prozessserie verlässt, in der wegen des angeblich aus Unix System V in Linux geklauten Codes und den von SCO beanspruchten Unix-Rechten verhandelt wird.

SCO hat nun unter dem Namen "Smallfoot" ein Embedded Unix vorgestellt, das für Kassenterminals oder Spielkonsolen gedacht ist. Außerdem kündigte sie für den Juli 2004 ein Update der Programmsuite SCOoffice Server 4.1 an und will sich mit ihrer neuen UnixWare-Version 7.1.4 auf das Geschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen konzentrieren.

Mit Apache 2.0.49, Tomcat 4.1.30, Perl 5.8.3, PHP 4.3.5, Samba 3.0, Sendmail 8.12.9 und Mozilla 1.2.1 enthält diese UnixWare einen Gutteil an Open-Source-Produkten, zu denen die SCO-Lizenzen für MySQL 3.23.49 und PostgreSQL 7.4.2 hinzugerechnet werden können. Wichtiger Bestandteil der neuen UnixWare ist das ebenfalls vorgestellte WebService Substrate (WSS), mit dem alte, zeichenorientierte Anwendungen in moderne Webservices überführt werden können. WSS besteht aus WebFace, das SCO mit der Übernahme von Vultus erwarb, den Powerterm Publisher von Ericom Software und einem SQL-Encapsulator von SCO.

Neben der UnixWare kündigte SCO die nächste Version von SCO OpenServer für das erste Quartal 2005 unter dem Codenamen "Legend" an, desgleichen ein Update der Vintela Authentication für das Single Sign-On in gemischten Unix- und Windows-Netzen. Dieses soll im August 2004 erscheinen. Bestandteil der Ankündigungen waren neue Reseller-Programme, mit denen Marketing-Aktivitäten der SCO-Händler angekurbelt werden sollen. Nach Angaben von SCO gibt es weltweit 11.000 Händler. Schließlich nahm SCO die Konferenz zum Anlass, auf das im August stattfindende SCO Forum hinzuweisen, auf dem das von SCO proklamierte 25-jährige Firmenjubiläum gefeiert werden soll.

Mit den neuen Produkten will SCO unterstreichen, dass die Firma nicht allein im Klagegeschäft eine Zukunft sieht. Zuvor hatte der Investor Baystar Capital gefordert, dass SCO sich allein auf das Geschäft um das geistige Eigentum kümmern und die Unix-Entwicklung abstoßen solle. Mit dem Auszug von Baystar aus dem inneren Kreis der Investoren ist die Freiheit da, das klassische Software-Geschäft weiterzuführen.

Kurz vor der Telekonferenz hatte der erst im Januar 2004 zum Chefentwickler ernannte Scott Lemon in seinem Blog den Ausstieg aus der Firma bekannt gegeben.

Zu den Entwicklungen im Streit zwischen SCO, IBM und der Open-Source-Gemeinde siehe den Artikel auf c't aktuell (mit chronologischer Linkliste zu Beiträgen auf heise online, aus Technology Review und der c't):

(Detlef Borchers) / (jk)