Menü

SCO versus Linux: All your code are belong to us

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 701 Beiträge

Nach IBM hat auch die SCO Group in der Klage um die Verletzung von Geschäftsvereinbarungen und angeblich geklautem Unix-Code in Linux eine neue Eingabe dem Gericht in Utah vorgelegt. Darin erweitern die SCO-Rechtsanwälte das Verfahren um Prozeduren, die nach Schätzungen amerikanischer Juristen die Verfahrensdauer um mehrere Jahre verlängern könnten.

So verlangt die SCO Group zur Prüfung eigener Ansprüche nunmehr, dass IBM den Source-Code und die Produktionsunterlagen aller ab Mai 1999 produzierten AIX-Versionen und aller ab Januar 1999 produzierten Dynix-Versionen zugänglich machen soll. AIX ist IBMs Unix-Variante, Dynix ist die Unix-Variante der Firma Sequent, die IBM im Jahre 1999 gekauft hatte. Beide Versionen blicken auf eine lange Entwicklungsgeschichte zurück. Neben den Unterlagen verlangt die SCO Group Auskunft über rund 7.000 Entwickler, die an beiden Unix-Versionen mitgearbeitet haben, sowie eine Liste aller Personen, die sich bei IBM ab 1999 mit Linux befasst haben.

Die umfassende Erweiterung der Klage wird von amerikanischen Kommentatoren als versteckte Aufforderung an IBM gewertet, die SCO Group zu übernehmen. Das Risiko, dass dieser Prozess jahrelang ein Fluidum der Unsicherheit verbreite, würde auch für IBM unkalkulierbar sein, heißt es.

Nach einem gestern erschienenen Bericht des Wall Street Journal würde von solch einem Aufkauf nicht nur das Management von SCO profitieren, sondern vor allem die Anwaltskanzlei Boies, Schiller & Flexner, die SCO vertritt. Nach den Ausführungen der Zeitung hat sich die Kanzlei mit 20-prozentigem Anteil an der SCO Group abgesichert. Bei einer Übernahme zu den gegenwärtigen Börsenkursen würden mindestens 49,4 Millionen Dollar an die Rechtsanwälte fließen, schreibt das Blatt.

Zu den Entwicklungen im Streit zwischen SCO, IBM und der Open-Source-Gemeinde siehe auch:

(Detlef Borchers) / (Detlef Borchers) / (jk)

Anzeige
Anzeige