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SCO vs. Linux: BayStar will Klage einreichen

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Eine Woche vor dem SCO Forum, das 25 Jahre Unix-Lösungen feiern will, droht der veranstaltenden SCO Group das endgültige Aus, sollte sich der Streit mit dem Star-Investor BayStar weiter zuspitzen. Kurz vor Börsenschluss am Freitag hatte die SCO Group eine Presseerklärung veröffentlicht, nach der die Börsenaufsicht SEC das Verfahren genehmigt hat, mit dem das Investment des Risikokapitalisten BayStar über einen Aktientausch beendet wird. Dabei sollten die Vorzugsaktien von BayStar in handelbare Aktien umgetauscht und sukzessive auf dem Wertpapiermarkt veräußert werden.

In der gleichen Pressemeldung veröffentlichte die SCO Group jedoch auch, dass BayStar seinen Ausstieg aus SCO nicht als abgeschlossenes Kapitel einer offenbar missratenen Finanzierung betrachtet. Vielmehr habe BayStar die Auffassung vertreten, dass vorab Widersprüche zwischen öffentlichen Aussagen von SCO und den Aussagen zu klären sind, die gegenüber Vertretern von BayStar gemacht wurden. Solange diese Widersprüche, die vor allem das Lizenzgeschäft von SCOsource betreffen, nicht geklärt seien, betrachte BayStar sein Engagement als nicht abgeschlossen. SCO selbst sei sich keiner Verfehlungen bewusst, heißt es abschließend in der Meldung.

Schärfer formuliert es BayStar in einer veröffentlichten kurzen Mitteilung, die unmittelbar nach der Meldung von SCO verschickt wurde. Nach dieser Meldung will BayStar eine Feststellungsklage einreichen, die die Widersprüche zwischen den öffentlichen Aussagen von SCO und den offenbar nichtöffentlich gegebenen Aussagen gegenüber BayStar-Rechercheuren klären soll. Im Klartext: Ein Gericht muss die Frage klären, ob die Verantwortlichen von SCO gegenüber BayStar falsche Angaben zum kommenden Lizenzgeschäft gemacht haben. Sollten Schwindeleien zum Investment der Risiko-Banker geführt haben, könnte BayStar Regressforderungen anmelden.

Die Feststellungsklage von BayStar erfolgt, nachdem SCO in der Auseinandersetzung mit DaimlerChrysler in dieser Woche eine Niederlage erlitten hat, die praktisch das gesamte Geschäft mit so genannten Antidot-Lizenzen ruiniert.

Zu den Entwicklungen im Streit zwischen SCO, IBM und der Open-Source-Gemeinde siehe den Artikel auf c't aktuell (mit chronologischer Linkliste zu Beiträgen auf heise online, aus Technology Review und der c't):

(Detlef Borchers) / (Detlef Borchers) / (anw)

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