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SCO vs Linux: Chapter 7 als letzte Chance

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The SCO Group (TSG), die Nachfolgefirma von SCO, hat vor dem Konkursgericht im US-Bundestaat Delaware einen Antrag eingereicht, aus der Konkursabwicklung nach Chapter 11 in die Liquidation nach Chapter 7 zu wechseln. Zur Begründung verweist TSG auf den letzten Geschäftsbericht. Den Verbindlichkeiten von 3,7 Millionen US-Dollar steht danach ein Guthaben von 145.000 Dollar gegenüber. Unter Chapter 7 will man alle Zahlungen einstellen, aber noch das letzte ausstehende Urteil in der Auseinandersetzung mit IBM abwarten, ehe die Firma aufgelöst wird.

Wie die Justizbeobachter von Groklaw berichten, soll auf Antrag von TSG der nach Chapter 11 bestallte Konkursrichter Edward Cahn die Geschäfte der Firma auch unter Chapter 7 fortführen. Im Antrag heißt es, die Firma habe keine Chance auf eine "Rehabilitation", da alle Vermögenswerte verkauft sind und die Firma selbst keine aktiven Geschäftsfelder mehr hat: Mit der Umbenennung von SCO in TSG ging die Trennung vom Geschäft mit Unix-Lizenzen einher, die seitdem von der Unixis Group vertrieben werden. "Es gibt keine anderen Vermögenswerte des Schuldners mehr außer dem ausstehenden Verfahren (District Court Action) des Schuldners gegen International Business Machines Corporation (IBM) wegen unfairer Geschäftspraktiken und unerlaubter Eigentumsansprüche (tortius interference claims), das vor dem Bezirksgericht von Utah (District Court) anhängig ist."

SCO war so richtig bekannt geworden mit Drohungen an die Linux-Gemeinde, Lizenzzahlungen einzufordern, sowie der Klage gegen IBM wegen angeblich geklautem Code in Linux und juristischen Auseinandersetzungen mit Novell um die Urheberrechte an Unix System V. Ob nun der zuständige Bezirksrichter Gross den Antrag auf Umwandlung des Konkurses genehmigt, hängt davon ab, wie dieser die Chancen des seit neun Jahren laufenden Gerichtsverfahren beurteilt, das zugunsten anderer Klagen der damaligen SCO gegen Novell zurückgestellt wurde. Im März 2003 hatte SCO den IBM-Konzern auf einen Schadensersatz von 1 Milliarde Dollar wegen der Entwertung von Unix verklagt und diese Klage im Juni 2006 dahingehend erweitert, dass Schadensersatz für alle AIX-Installationen als "nicht-autorisierte Unix-Kopien" gefordert wurde. Das entsprechende Gerichtsverfahren wurde im September 2007 vom Richter Kimball gestoppt, der die Auseinandersetzung zwischen Novell und SCO leitete. Kimball verfügte seinerzeit, dass die Klage gegen IBM erst dann wieder aufgenommen werden darf, wenn SCO das Konkursverfahren nach Chapter 11 abgeschlossen hat und die Firma finanziell saniert worden ist.

Siehe dazu auch:

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