SCO will Unix-Sparte versteigern

Zum Unix-Geschäft von SCO gehören der Vertrieb und die Entwicklung von UnixWare und OpenServer sowie der Support für diese Produkte. Gelingt der Verkauf, bleiben der SCO-Group nur noch die Klagen gegen IBM und Red Hat wegen angeblicher Copyright-Verletzungen in Linux sowie die Hoffnung, im Streit mit Novell um das Unix-Copyright doch noch zu gewinnen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 115 Beiträge
Von
  • Detlef Borchers

Die SCO Group will einer Pflichtmitteilung zufolge ihre Unix-Sparte an den meistbietenden Interessenten versteigern. Zum Unix-Geschäft von SCO gehören der Vertrieb und die Entwicklung von UnixWare und OpenServer sowie der Support für diese Produkte. Interessenten haben bis zum 5. Oktober Zeit, ein Angebot abzugeben.

Der Verkauf der Unix-Sparte wird von SCO als Maßnahme beschrieben, das Vertrauen der Kunden in die Entwicklung von Unix-Technologien zu festigen. Gleichzeitig sollen die Einnahmen den Fortbestand der SCO Group sichern, die sich seit geraumer Zeit in einem Konkursverfahren nach Chapter 11 des amerikanischen Konkursrechtes befindet. "Der Verkauf dieser Sparte ist ein wichtiger Schritt, die Fortdauer unseres Geschäfts für unsere Kunden in der gesamten Welt zu sichern", schreibt Finanzchef Ken Nielsen in der Pflichtmitteilung.

Die Versteigerung der Unix-Sparte ist ein Versuch, Geldmittel für die SCO Group zu erlösen. Es ist nicht der erste Verkauf eines Geschäftszweiges. Bereits im April 2010 hatte der ehemalige SCO-Chef Darl McBride die Mobilsparte des Unternehmens für 100.000 US-Dollar gekauft. Usprünglich wollte McBride nur 35.000 Dollar zahlen, doch ein bis heute unbekannter zweiter Bieter trieb den Preis hoch. Sollte sich nun in der Unix-Auktion ein Bieter finden, so blieben der SCO Group nur noch die Klagen gegen IBM und Red Hat um angebliche Coypright-Verletzungen in Linux sowie die Hoffnung, dass der zuletzt eingelegte Einspruch gegen eine endgültige Entscheidung über das Coypright an Unix, um das sich SCO mit Novell streitet, Erfolg hat.

Neben dem Verkauf der Mobilsparte hatte die SCO Group vor allem von einem Investment von 2 Millionen Dollar durch eine Investorengruppe um den Mehrheitseigner Ralph Yarro gezehrt. Über den Wert des Unix-Geschäftes gibt es unterschiedliche Angaben. Im Jahre 2007 hatte die SCO Group Verhandlungen mit einem Investor namens York Capital Managament geführt, der für die Unix-Sparte 10 Millionen Dollar zahlen wollte und für die Mobilsparte 6 Millionen. Ausweislich der Quartalsberichte ist das Unix-Geschäft seit dem Jahre 2007 kontinuierlich zurückgegangen. Nach Schätzungen US-amerikanischer Marktbeobachter wären bereits 2 bis 4 Millionen Dollar ein "stolzer Preis". Die Auktion der Unix-Sparte kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der erbitterte Prozessgegner Novell angeblich versucht, sein Geschäft mit SUSE Linux zu verkaufen.

Zu den Entwicklungen in dem Streit, den SCO mit IBM, Novell und der Open-Source-Gemeinde um SCO-Rechte an Unix und angeblich unrechtmäßig in Linux übernommenen Code angezettelt hat, siehe den Online-Artikel in c't-Hintergrund (mit chronologischer Linkliste zu Beiträgen auf heise online, aus Technology Review und der c't):

(jk)