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:'-(( SMS-Miterfinder Matti Makkonen gestorben

Matti Makkonen war einer der Techniker, die am Rande einer Konferenz die Idee vom Short Messaging Service entwickelten.

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Matti Makkonen

(Bild: Microsoft)

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Im Alter von 63 Jahren ist Matti Makkonen gestorben. Der Finne gehörte zu der Gruppe von Telecom-Technikern, die bei der Standardisierung von GSM den "Short Message Service" erfanden. Makkonen gilt als "Vater der SMS", weil ihn finnische Medien mit dieser Zuschreibung bekannt machten. Tatsächlich betonte Makkonen in Interviews, dass die Idee der SMS bei dänischem Bier in einer Gruppe von Technikern entwickelt wurde, die sich 1984 auf einer Konferenz mit der Standardisierung von GSM beschäftigten.

Ähnlich wie Friedhelm Hillebrand, der deutsche "Vater der SMS", war Makkonen bei einem staatlichen Telefonnetzbetreiber angestellt und vorrangig mit der Aufgabe befasst, das Gesamtsystem des GSM-Mobilfunks zu einem Angebot zu entwickeln, das von der Bevölkerung angenommen wird. Nachdem die Techniker auf der GSM-Konferenz definiert hatten, wie ein Mobilfunkgespräch im Steuerkanal (SS7) aufgebaut und abgerechnet wird, stand fest, dass nur ein Teil der Kapazität gebraucht wurde, um Verbindungen zu steuern.

Makkonen soll den Vorschlag gemacht haben, Textnachrichten über diesen Kanal zu schicken. Er überlegte, wie die vor allem in den USA sehr populären Paging-Dienste in das GSM-Angebot integriert werden können. Hillebrand experimentierte mit Postkarten, auf denen er Alltags-Nachrichten schrieb und kam so auf 160 Zeichen für den SMS-Austausch.

Was die Techniker für GSM ausbaldowerten, erfreut sich weltweit hoher Beliebtheit, vor allem in Entwicklungsländern, wo SMS zum Geldversand benutzt wird. SMS steht zur Kommunikation auch dort zur Verfügung, wo es keine Internet-Versorgung gibt. Auch im Internet ist der Einfluss von SMS bemerkbar: Die Beschränkung von Twitter auf 140 Zeichen resultiert aus den 160 Zeichen für eine SMS, von denen die Entwickler 20 Zeichen für den "Steuerkanal" abzogen.

Die Techniker, die GSM standardisierten, sahen ihre Aufgabe als einen Dienst an der Öffentlichkeit. Überlegungen, eine Technik wie den Short Message Service zu patentieren und damit Geld zu verdienen, lagen ihnen fern. Sie dachten in einem anderen Rahmen: Makkonen, der den Dienst "Tekstinäppelin" nannte, störte es zum Beispiel, dass Pager ihren Nutzern keinerlei Privatsphäre und keine geschützte Kommunikationsmöglichkeit boten. Es gehört zur Tragik seiner Erfindung, dass mit der stillen SMS die Verbindungsdaten vieler Bürger abgefragt werden und das Mobiltelefon zur "Ortungswanze" geworden ist. (anw)