SPARC Sonoma: erster Prozessor mit integriertem InfiniBand

Oracle zeigt auf der Hot-Chips-Konferenz eine neue Version der mit Sun übernommenen SPARC-Prozessoren: Der Sonoma ist eine kleine Version des SPARC M7, aber mit viel mehr Konnektivität.

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(Bild: Oracle)

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SPARC? Die Prozessoren, die zum Kern von Sun gehörten und die mit der Sun-Übernahme zu Oracle gelangten? Mitte 2014 hatte Oracle eine Roadmap für die SPARC-Prozessoren vorgestellt, die nicht alle SPARC-Anwender wirklich glücklich machte. Mittlerweile gibt es aber wieder einmal eine Neuvorstellung in der SPARC-Prozessorserie, die einiges an Konnektivität in den Prozessor integriert.

Oracle hat den im vergangenen Jahr vorgestellten 32-Kern-Prozessor SPARC M7 für den Scale-out-Markt auf acht Kerne abgespeckt und ihn dafür mit den HPCIe und InfiniBand ausgestattet. Der Sonoma getaufte Prozessor dürfte damit der erste Prozessor mit InfiniBand on Die sein, auch wenn es ähnliche, aber proprietäre Lösungen etwa von Fujitsu gibt.

Auch Intel hat eine proprietäre Erweiterung namens OmniPath für den Xeon Phi vorgesehenen, für die der Controller aber zunächst nicht mit auf dem Die, sondern als eigener Chip im Gehäuse untergebracht ist. Das Aufbringen von InfiniBand Host Channel Adaptern (HCA) mit 2×4 FDR (56 GBit/s) auf dem Prozessor-Die wird von Experten auch als äußerst schwierig eingestuft.

Die Kerne des Sonoma sind gegenüber dem M7 weitgehend unverändert geblieben, auch wenn Oracle dem einen oder anderen Feature jetzt einen neuen Namen gegeben hat. So laufen die "In Silicon Query Engines" jetzt unter dem Sammelbegriff Database Accelerator (DAX). Zur Datenbankbeschleunigung gehört eine Dekompression, die der M7 10,2 mal so schnell aufführen kann wie der alte T5-Prozessor. Sonoma ist mit Faktor 8,5 nicht weit weg.

Der hochintegrierte Scale-Out-Prozessor Sonoma vereinfacht gegenüber dem Vorgänger SPARC T5 das System-Design erheblich.

(Bild: Oracle)

Mussten sich beim M7 die 32 Kerne 4 Speicher-Controller mit 8 DDR4-Kanälen teilen, so haben die 8 Sonoma-Kerne nun 2 Speicher-Controller mit 4 DDR4-Kanälen zur Verfügung. Vier bidirektionale kohärente Links mit insgesamt 128 GByte/s verbinden mehrere Prozessoren untereinander.

(as)