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SPECpower-Benchmark misst Performance und Energieaufnahme

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Am heutigen Dienstag hat die Open System Group der Standard Performance Evaluation Corporation SPEC den SPECpower_ssj2008-Benchmark sowie erste Ergebnisse veröffentlicht. SPECpower arbeitet auf Basis des bewährten Java-Business-Benchmarks SPECjbb2005. Ein Wattmeter misst die Gesamtenergieaufnahme des "Systems unter Test" (SUT) an der Steckdose und gibt die Werte im Sekundenabstand an ein Kontrollsystem aus.

Um auch dem Energieverbrauch bei Leerlauf (idle) gerecht zu werden, fährt der Benchmark in zehn Stufen die Last von hundert Prozent auf Null herunter. Dazu wird in der Kalibrierungsphase zunächst dreimal der Benchmark unter Volllast gefahren und dann die jeweiligen Idle-Zeiten für die Teillastbereiche bestimmt. Die ausgerechneten Werte werden mit den dann erzielten verglichen, sie liegen meist nur ein, zwei Prozent auseinander. So bekommt man eine aussagekräftige Performance/Watt-Kurve in Abhängigkeit von der Last.

Da aber die Marketing-Abteilungen immer nur einen Wert haben wollen, gibt es auch einen Gesamtwert aus den aufsummieren "ssj_ops" pro aufsummiertem durchschnittlichen Energieverbrauch in der Maßeinheit "ssj_ops/Watt". Die Lastintervalle sind gleich lang, so ist der auf diese Art bestimmte SPECpower_ssj2008-Wert proportional zu (geleistete Rechenarbeit)/(geleistete elektrische Arbeit).

Die Messsoftware unterstützt nur eine ausgewählte Menge geeigneter Wattmeter (darunter das Präzisionswattmeter des c't-Labors ZES LMG95). Auch für die Umgebungstemperatur gelten Vorschriften. Sie wird ebenfalls über die Laufzeit des Benchmarks mitprotokolliert. Der Benchmark kostet 1.600 US-Dollar, für Unis und andere Non-Profit-Organisationen ist er für 400 US-Dollar zu haben.

Die Lastkurve des aktuellen Spitzenreiters Xeon E5450 im HP Proliant DL160

Die ersten 12 veröffentlichten Ergebnisse zeigen eine breite Streuung. Alle verwenden die Java VM von BEA JRockit, die man zwar sonst kaum im Einsatz sieht, die aber fürs Benchmarken beliebt ist. Das energieeffizienteste System bislang ist ein "HP Proliant DL160" mit zwei Dual-Core-Xeons E5450 mit dem neuen 45-nm-Penryn-Kern mit 698 ssj_ops/Watt. Da kann auch der besonders stromsparende Xeon-Quadcore L7345 aus der 65-nm-Generation nicht mithalten, der auf 468 ssj_ops/Watt kommt. Die normalen Dual-Cores Xeon 3070 liegen bei 356 ssj_ops/Watt. Der bislang einzige Opteron in dem Testfeld, die energiesparende Version 2216HE im "Colfax 2266-N2", liegt mit 203 ssj_ops/Watt deutlich zurück. Völlig abgeschlagen ist jedoch ein altes Pentium-4-Xeon-System mit gerade mal 87,4 ssj_ops/Watt. Den hat Intel wohl als abschreckendes Beispiel eingereicht, damit die Betreiber möglichst schnell wechseln. (as)