CES

SSDs mit 960 GByte für unter 550 Euro

Micron kündigt fürs erste Quartal eine vergleichsweise günstige SSD mit fast einem Terabyte Kapazität an. Mit weniger Flash kommt sie auch in kompakter Bauform für Ultrabooks und mit Spezialfunktionen.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 156 Beiträge
Von
  • Boi Feddern

Crucials M500 fasst 960 GByte im 2,5"-SATA-Format und bis zu 480 GByte in der mSATA- (hinten im Bild) beziehungsweise der NGFF-kompatiblen M.2-Version (vorne rechts).

(Bild: Micron)

Von der Firma Micron gab es schon sehr lange keine echten SSD-Neuheiten mehr, dafür ist die jüngste Vorstellung umso spannender: Für knapp 550 Euro wollen die Amerikaner noch in diesem Quartal über ihre Tochterfirma Crucial eine SSD mit fast 1 Terabyte Kapazität in den Handel bringen. Die M500 mit 960 GByte ist zwar nicht die allergrößte SATA-SSD, aber die erste halbwegs erschwingliche in dieser Größenordnung. OCZ verlangt für die Octane (PDF-Datei) mit 1 TByte gegenwärtig den vierfachen Preis.

Unter der Haube der M500 (PDF-Datei) stecken MLC-Speicherchips aus der 20-Nanometer-Fertigung, die Micron gemeinsam mit Intel im Joint Venture IM Flash fertigt, sowie der Marvell-Controller 88SS9187. Per SATA 6G soll die SSD damit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 500 MByte/s beim sequenziellen Lesen und 400 MByte/s beim Schreiben erreichen. Die höchstmögliche Anzahl an Ein- und Ausgabeoperationen pro Sekunde beziffert Micron auf 80.000 IOPS. Außer der 480-GByte-Variante arbeiten die kleineren M500-Versionen mit 120 und 240 GByte beim Schreiben langsamer.

Den von Micron verwendeten Marvell-Controller setzt aktuell unter anderem auch Plextor in der M5Pro ein. Letztere erreicht mit der Plextor-Firmware höhere Spitzengeschwindigkeiten, allerdings schwanken die Latenzen und Übertragungsgeschwindigkeiten bei diesem Exemplar besonders stark. Die größere Spare-Area-Einstellung bei der M500 weckt Hoffnung, dass dies dort nicht der Fall sein wird.

Wie bei Plextors M5Pro handelt es sich auch bei der M500 um ein sogenanntes Self-Encrypting Drive (SED) mit eingebauter Hardware-Datenverschlüsselung (AES, 256-Bit). Anders als das Plextor-Exemplar ist sie aber kompatibel mit den Vorgaben der Opal-Spezifikation (PDF) in Version 2.0 der Trusted Computing Group (TCG) und unterstüzt außerdem das IEEE1667-Protokoll. Damit erfüllt sie als erste SSD die Voraussetzung für sogenannte eDrives unter Windows 8. Das bedeutet, dass die BitLocker-Laufwerksverschlüsselung die kryptografische Rechenarbeit dem Controller des Datenträgers überlässt.

Crucials M500 (PDF-Datei) kommt nicht nur in der für moderne Notebooks passenden 2,5-Zoll-Bauform mit 7 Millimetern Höhe in den Handel, sondern wird in kleineren Kapazitäten bis 480 GByte auch für Ultrabooks erhältlich sein: als mSATA- sowie als "M.2"-Version, die Micron in einem Youtube-Video bewirbt.

Bei letzterer Variante handelt es sich anscheinend um eines der neuartigen NGFF-Module, die theoretisch auch PCI Express zur Datenübertragung nutzen können. Da hier jedoch der gleiche Marvell-Controller zum Einsatz kommt, verwenden auch sie SATA 6G und sollen die Geschwindigkeit der jeweiligen 2,5"-Varianten gleicher Kapazität erreichen.

Die durchschnittliche Leistungsaufnahme im Betrieb spezifiziert Micron auf ungewöhnlich niedrige 150 Milliwatt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Rechner spezielle Stromsparmechanismen wie DIPM (PDF-Datei) und DevSleep (PDF-Datei) unterstüzt. Letzteres gilt als Voraussetzung für den Einsatz in künftigen Ultrabooks (PDF-Datei).

Micron erwähnt darüber hinaus ein sogenanntes adaptives thermisches Überwachungssystem, das die Leistung automatisch drosseln soll, wenn kritische Temperaturen erreicht werden – etwa bei langen Schreibzugriffen in engen Gehäusen ohne Lüfter. Als weitere Besonderheit haben die SSDs Pufferkondensatoren an Bord, damit sie plötzliche Stromausfälle ohne Datenverlust überstehen. (boi)