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Safer Internet Day: Ein sicheres Internet für Kinder und Jugendliche

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Beim vierten Safer Internet Day wird am heutigen Dienstag europaweit für den sicheren Umgang von Kindern und Jugendlichen mit den neuen Medien getrommelt. Der Safer Internet Day steht unter der Schirmherrschaft der EU-Kommission, die sich Projekte zum Jugendmedienschutz im laufenden Vierjahresprogramm Safer Internet Plus (2005 bis 2008) 45 Millionen Euro kosten lässt. Für die Jahre 1999 bis 2004 waren es 38,8 Millionen Euro. Besonderes Augenmerk habe die Kommission, erklärte die EU-Medienkommissarin Vivianne Reding vorab, dem Bereich Mobilfunk gewidmet.

An der International School in Berlin stellen Kulturstaatsminister Bernd Neumann und die Direktoren der Landesmedienanstalten Rheinland-Pfalz (LMK) sowie Nordrhein-Westfalen (LfM), Manfred Helmes und Norbert Schneider, respektive Microsoft-Deutschland-Geschäftsführer Achim Berg und Ralf Münchow, Geschäftsführender Vorstand von Schulen ans Netz e.V. deutsche Projekte für mehr Internetsicherheit für Kinder und Jugendliche vor. Berg präsentiert etwa "neue Sicherheitsmodule im virtuellen Klassenzimmer", Münchow zeigt ein "Fortbildungsmodul für Lehrkräfte". Einen Leitfaden für Grundschulen legt die Initiative Internauten und die Landesinitiative secure-it.nrw vor. Das BSI warnte zum Safer Internet Day allgemein vor Sicherheitsrisiken.

Schüler und Schulen selbst sollen sich auch am Safer Internet Day beteiligen. Bei der Aktion "die große Pause gehört der Internetsicherheit" sollen Schüler große "symbolische Netzwerke" bilden. An der International School, teilten die Medienanstalten mit, würden mehrere hundert Schüler aus aller Welt ein großes @-Zeichen bilden. Die Aktion zielt ebenso wie der neu anlaufende klicksafe-Kino- und Fernsehspot in erster Linie auf generelle Aufmerksamkeit für das Thema. Wie wirksam die Werbung ist, wird allerdings kaum überprüft.

Für den so genannten Blogathon, bei dem Klassen in grenzübergreifenden Partnerschaften auch Materialien zu den Themen E-Privacy, Netiquette und Bildertausch übers Internet erarbeiten, haben sich nicht einmal 10 deutsche Schulen angemeldet. Insgesamt machen laut Richard Swetenham, Chef der Abteilung eContent und Safer Internet bei der EU-Kommission, über 200 Schulen in 25 Ländern mit. Die Ergebnisse dieser Arbeiten werden in den kommenden Tagen bei einem Blogathon vorgestellt. Swetenham, einer der Väter des Safer Internet Program bei der Kommission, nannte den Klicksafe-Spot mit dem Titel "Wo ist Klaus?" und die grenzübergreifende Schulpartnerschaften zum Thema Internetsicherheit, von denen die vier besten ausgezeichnet werden, besonders interessante Aktionen zum Safer Internet Day.

Was in anderen Ländern am Safer Internet Day geboten ist, soll ebenfalls auf der Projekthomepage zu finden sein, zumindest nachträglich. In Holland, teilt Reding auf der klicksafe-Seite mit, werde Prinzessin Maxima Ehrengast bei einer Veranstaltung zum Thema "sicheres Internet" sein, in Slowenien würden junge Leute Kunstprojekte vorstellen. Insgesamt seien 100 Organisationen in 40 Ländern mit von der Partie. Die größte Veränderung seit Beginn des Safer Internet Program sieht Swetenham in der Vervielfachung der Kanäle für die Kommunikation: "Chatrooms, Blogs, Social Networking, alles, was man braucht, ist der Browser." Die größte Gefahr ist für den EU-Beamten nach wie vor die Verbreitung von Kinderpornografie. "Dagegen brauchen wir noch größere Anstrengungen zusammen mit der Wirtschaft", sagt er. Zunehmend rücke neben dem Internet das Mobiltelefon als Kanal für die Verbreitung von Bildern und Videos in den Mittelpunkt.

Reding betonte, da bereits 70 Prozent der Jugendlichen zwischen zwölf und 13 Jahren sowie 23 Prozent der Kinder zwischen acht und neun ein Handy besäßen, habe sie sich entschlossen, hier zu handeln. "Ich habe mit Mobilfunkbetreibern, der Inhalteindustrie, Organisationen für Kindersicherheit und anderen Beteiligten zusammengearbeitet, um ein Dokument zu erstellen, in dem sich die Industrie verpflichtet, den Gebrauch von Handys für unsere Kinder sicherer zu machen." Aus diesem Grund würden am Safer Internet Day 2007 15 führende Mobilfunkbetreiber ein Abkommen unterschreiben, in dem sie sich dazu verpflichten, Mobiltelefone für unsere Jüngsten sicherer zu machen.

Siehe dazu auch den Telepolis-Artikel zum Safer Internet Day:

(Monika Ermert) / (jk)