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IFA Update

Samsung: 21x-Zoom-Kamera mit Android 4.1

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Samsung Galaxy Camera: Smartphone plus Kompaktkamera minus Telefonie

Einige Smartphones schießen passable Fotos, das Nokia Pureview 808 sogar exzellente, doch Samsung möchte noch einen drauf legen: Die Galaxy Kamera verschmilzt eine Kompaktkamera mit einem Smartphone. Von vorne sieht der Hybride wie eine Kamera aus: Ein dickes Objektiv, eingefahren rund einen Zentimeter dick, ausgefahren deutlich länger. Von hinten glaubt man ein Smartphone in der Hand zu haben, denn die gesamte Rückseite ist ein Display. Um es gleich vorweg zu nehmen: Ein Smartphone soll und kann die Galaxy Camera nicht ersetzen, denn dazu ist sie letztlich zu groß, und auch wenn sie WLAN und Mobilfunk eingebaut hat, kann man nicht damit telefonieren.

Die mechanischen Knöpfe sind auf ein Minimum reduziert: Einschalter, Auslöser mit Zoom-Wippe, an der Seite ein Knopf zum Ausfahren des Blitz. Alles andere bedient man am Touch-Display. Android-Nutzer fühlen sich sofort zu Hause, denn unter der Haube steckt Version 4.1 (Jelly Bean) samt Zugang zu den Apps in Androids Play-Store. Angetrieben wird alles von einem Quad-Core-Prozessor mit 1,4 GHz – ob von Nvidia oder aus eigener Produktion wollte Samsung nicht sagen, möglicherweise hängt das auch von der LTE-Ausstattung ab. WLAN (11n Dual Band), Bluetooth 4.0, HSPA bis 21 Mbit/s und optional 4G (ohne weitere Details) sind eingebaut.

Beim virtuellen Objektivring spielt Samsung die Vorteile des Touch-Displays aus.

Die Kamera-App hat Samsung gegenüber dem Google-Original deutlich erweitert, und zwar durchaus praktikabel. Wenn es schnell gehen soll, greift man auf handelsübliche Automatiken oder spezielle "Smart Pro"-Automatiken wie "waterfall trace" oder "blue sky mode" zurück. Experten finden einen äußerst praktischen Modus, in dem sie ISO, Blende, Verschlusszeit und Belichtungskorrektur direkt an virtuellen Objektivringen einstellen können.

Samsung Galaxy Camera (9 Bilder)

Samsungs Galaxy Camera sieht von vorne wie eine Kompaktkamera mittlerer Größe aus. 13 cm breit, 7 hoch, 2 dick, damit beult sie in den meisten Hosen- und Jackentaschen schon gehörig aus. 305 Gramm, sagt Samsung zum Gewicht.

Als weiteren Vorteil hebt Samsung die Möglichkeiten des Mobil-Betriebsssytems hervor, die Fotos direkt auf sozialen Netzwerken zu posten, automatisch per Cloud zu sichern oder sonstwie weiterzuverarbeiten. Per WiFi Direct kann man die Fotos anderen Mobilgeräten übertragen, mit spezieller Software sollen Android-Smartphones als Kamera-Fernsteuerung inklusive Live-Sucher dienen.

Das Objektiv hat einen optischen 21-fachen-Zoom und projiziert auf einen 1/2,3-Zoll-Chip mit 16 MP (4608×2592, ca. 4,5 bis 5 MByte), was die bei Kompak- und einigen Bridge-Kameras wie der gerade vorgestellten Pentax X-5 übliche Größe ist. Die hauseigene EX2F hat einen größeren 1/1,7-Zoll-Sensor, aber das bisher beste Foto-Smartphone, das Nokia Pureview 808 sogar einen mit 1/1,2 Zoll, allerdings ohne optischen Zoom. Ein Vergleich der beiden Seriengeräte auch mit der Android-Kamera Nikon Coolpix S800c (ebenfalls 16 MP, 1/2,3 Zoll, WLAN, kein Mobilfunk) dürfte spannend werden. Die eher flüchtig geschossenen Fotos an einem Vorseriengerät hinterließen einen guten Eindruck, wobei Auslösezeit, Autofokus und Blitz weder besonders positiv noch negativ hervor stechen.

Für Fotos in Social-Media-Auflösungen reicht die Kamera allemal. Ihr großer Vorteil ist die ständige Internet-Anbindung.

Die Galaxy Camera soll preislich zwischen einem guten Smartphone und einem Tablet angesiedelt sein. Da Mobilfunk integriert ist, verhandelt Samsung für den Vertrieb auch mit Providern. Die hätten großes Interesse daran, auch mal eine Kamera mit Mobilfunkvertrag anbieten zu können.

Update 30.8., 8:00 Uhr:

In der ersten Textversion war von 12 MP die Rede. Laut technischen Daten hat die Kamera 16,3 "effective megapixel", was im Text nun korrigiert ist. Die Testbilder, die heise online später machen konnte, hatten allerdings 4608 × 2592 = 11,94 MP. Ob nicht die höchste Auflösung eingestellt war oder ob das eine Einschränkung des Vorseriengeräts war, lässt sich nicht mehr feststellen. (jow)

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