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Samsung DeX ausprobiert: Praktisches Desktop-Dock für das Galaxy S8

DeX ist eine Ladestation für das S8, mit der sich das Flaggschiff-Smartphone von Samsung mit einem Bildschirm verbinden und per Maus und Tastatur steuern lässt. Taugt das Desktop-Android als Alternative zum PC?

Samsung DeX ausprobiert: Praktischer Desktop-Dock für das Galaxy S8

Samsung Galaxy S8 und S8+ lassen sich in Verbindung mit einem Monitor auch in einem Desktop-Modus nutzen, Steuerung per Maus und Tastatur inklusive. Dabei hat der Nutzer Zugriff auf alle Apps und Features, die auch auf dem Handy installiert sind. Dafür braucht man die DeX-Station (ab 41,99 €) – ein spezielles Ladedock für das S8 mit zwei USB-2.0-Anschlüssen und Steckplätzen für ein Ethernet-, ein HDMI- sowie ein USB-C-Kabel. Nachdem das Smartphone über einen USB-C-Stecker fest im DeX fixiert wurde, wird die Ladestation per HDMI mit einem Monitor verbunden.

Die beiden USB-Steckplätze sind für Maus und Tastatur gedacht, man kann aber auch einen USB-Stick einstöpseln und seine Dateien so aufs Handy kopieren. Leider geht das nicht per Drag&Drop, das Ziehen mit der Maus gestattet die angepasste Desktop-Oberfläche von Samsung nur in bestimmten Kontexten. Die DeX-Station muss über den USB-C-Anschluss mit Strom versorgt werden, sonst verweigert die schwarze Plastik-Dose den Dienst. Immerhin wird das S8 so gleichzeitig aufgeladen.

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Nach einmaligem kurzem Einrichten schaltet das S8 zügig vom normalen Handy-Betrieb in den Desktop-Modus. Das passiert automatisch, wenn das Handy ins DeX-Dock gestöpselt wird. Die von uns getesteten Apps blieben beim Übergang zwischen Handy- und Desktop-Modus geöffnet, trotzdem erschien jedes Mal ein Warnhinweis, laut dem die Anwendungen "möglicherweise" geschlossen werden. Also: Lieber sichergehen und vorher speichern!

Die von Samsung gebastelte Desktop-Oberfläche ist unverkennbar Android: Die Symbole bleiben gleich, fortgeschrittene Einstellungs- und Darstellungsmöglichkeiten wie bei echten Desktop-Betriebssystemen fehlen. Wer will, kann aber über Dienste wie Citrix Receiver auf ein virtuelles Windows zurückgreifen.

Die Maus-Steuerung funktioniert auch im Desktop-Android gut und ohne große Verzögerung; man kann auf Symbole rechtsklicken und Programme mit einem Doppelklick auf die linke Maustaste ausführen. Einige Apps wie Chrome und Word lassen sich in ihrer Größe verändern und auf Vollbild stellen; danach sind sie kaum noch von ihren Windows-Gegenstücken zu unterscheiden. Die Facebook-App hingegen öffnet sich aktuell nur in einem kleinen Rechteck, lässt sich aber trotzdem ganz gut steuern.

Eine Art "Taskleiste" am unteren Bildrand gewährt schnellen Zugriff auf Optionen und Funktionen wie Screenshots und Lautstärkeregelung. Stichwort "Lautstärke": DeX kühlt das Galaxy S8 permanent mit einem Lüfter, der allerdings im normalen Betrieb kaum hörbar war.

Der Bildschirm des Galaxy S8 wird im Dock-Modus abgeschaltet und reagiert nicht mehr auf Eingaben, die Tasten an der Seite des Handys funktionieren aber auch im Desktop-Modus – mit Ausnahme des Bixby-Knopfs. Der Assistent ist im Dock komplett deaktiviert. Außerdem werden Medien über die Handy-Lautsprecher wiedergegeben und sogar Fotos lassen sich noch schießen. Anrufe kann man ebenfalls annehmen.

Die Performance des S8 ist auch im Desktop-Modus absolut ausreichend, selbst mehrere Anwendungen nebeneinander lassen sich flüssig bedienen. Das Desktop-Android ist funktional, tiefere Einstellungsmöglichkeiten fehlen aber – es erfüllt seinen Zweck, mehr aber auch nicht.

Etwas steil ist der Preis: 150 Euro soll man laut Liste für die Plastik-Ladestation mit Desktop-Funktion ausgeben, Netzteil und HDMI-Kabel sind nicht im Paket enthalten. Wer im Internet shoppt, findet das Samsung DeX (ab 41,99 €) aber schon für knapp 100 Euro. DeX ist ab dem 28. April erhältlich. (dahe)

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