Samsung Galaxy Note 7: Flugzeug wegen eines brennenden Smartphones evakuiert

Ein Flugzeug auf der Strecke von Louisville nach Baltimore musste am Mittwoch vor Abflug evakuiert werden. Aus einem Smartphone soll Rauch ausgetreten sein, dann sei es verbrannt. Es soll sich laut Besitzer um ein bereits umgetauschtes Note 7 handeln.

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(Bild: dpa, Will Oliver)

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Gut einen Monat nach Samsungs weltweitem Rückruf des Vorzeige-Smartphones Galaxy Note 7 wegen Brandgefahr hat US-Medien zufolge erneut ein solches Gerät Feuer gefangen. Wegen des Unfalls habe am Mittwochmorgen (Ortszeit) ein Flugzeug auf der Strecke von Louisville nach Baltimore vor Abflug evakuiert werden müssen, berichteten USA Today und The Verge.

Besonders unangenehm für Samsung: Bei dem Gerät, das in Flammen aufging, soll es sich dem Besitzer zufolge um ein neues Smartphone handeln, das er im Zuge des Austauschs nach der Pannenserie durch Überhitzung vom Hersteller erhalten habe.

Eine Samsung-Sprecherin erklärte auf Nachfrage, dazu noch keine Angaben machen zu können, weil das Gerät noch nicht geborgen sei. Man arbeite mit der Airline und den Behörden zusammen, um das Smartphone untersuchen zu können.

Der Besitzer des Smartphones schickte The Verge ein Foto der Verpackung des Gerätes, um nachzuweisen, dass es sich um ein bereits getauschtes Modell handelte. Auf diesen Verpackungen taucht ein kleines schwarzes Quadrat auf.

Zwischenfälle an Bord von Flugzeugen sind besonders heikel. Die US-Flugaufsicht FAA hatte bereits am 8. September den Betrieb von Note-7-Geräten an Bord untersagt. Die europäische Luftfahrtbehörde EASA zog einen Tag später mit einer ähnlichen Anweisung nach. Danach dürfen Passagiere und Crew-Mitglieder ihre Note-7-Geräte an Bord weder anmachen noch laden. Sie dürfen auch nicht in aufgegebenem Gepäck verstaut werden. Seither wird an Bord eigens auf das Nutzungsverbot für das Samsung-Gerät hingewiesen.

Der nun betroffene Passagier des evakuierten Fliegers erzählte dem Lokalsender Wave 3, die Besatzung habe alle Fluggäste mit einem Note 7 darum gebeten, die Geräte auszuschalten. Er habe das getan und das Handy in seine Hosentasche gesteckt. Wenige Sekunden später habe er einen Knall gehört und Rauch bemerkt. "Es war elektronischer Rauch – ein braunes, grün-graues, echt hässliches Zeug – und er kam ziemlich dicht aus dem Gerät heraus", sagte der Mann. Er habe das Smartphone auf den Boden geworfen, und es habe sich durch den Teppich gebrannt.

Das Handy habe er erst zwei Wochen zuvor abgeholt, nachdem er sein Anfang September gekauftes Exemplar wegen des weltweiten Rückrufs eingetauscht hatte, erzählte der Mann weiter.

Anfang September hatte Samsung nach zahlreichen Zwischenfällen die Brandgefahr infolge von Akku-Problemen bei dem Phablet eingeräumt und eine weltweite Austausch-Aktion angekündigt. Erst vor wenigen Tagen brachte der Konzern das Modell in Südkorea wieder auf den Markt. In Europa soll der Verkauf am 28. Oktober starten.

Nach Angaben der US-Verbraucherschutzbehörde CPSC von Mitte September wurden allein in den USA 92 Fälle gemeldet, in denen sich ein Note 7 überhitzt hatte.

[Update: 06.10.2016, 10:20 Uhr]: Informationen aus dem Interview für Wave 3 hinzugefügt.

(mit Material der dpa) / (kbe)