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Samsung Galaxy S9: Gerüchte zur Kamera, zum Display und Termin

Spätestens am 26. Februar wird Samsung sein neues Spitzen-Smartphone Galaxy S9 vorstellen. Zur besonders lichtempfindlichen (Doppel-)Kamera und den Displays gibt es bereits technische Dokumente.

Samsung Galaxy S9: Gerüchte zur Kamera, zum Display und Termin

(Bild: ETNews)

Umso näher der bereits verkündete Präsentationstermin fürs High-End-Smartphone Samsung Galaxy S9 rückt, umso mehr verdichten sich die logisch erscheinenden Behauptungen und trennen sich von den Träumereien einiger Blogger und Twitterer. Zuletzt hatte die koreanische Technikwebseite etnews technische Dokumente veröffentlicht, die die Bauteile aufschlüsseln und vor allem Hinweise auf die Kamera geben.

So gut die aktuellen Smartphones auch sind, spätestens wenn es dunkel wird, können sie qualitativ nicht mehr mit hochwertigen System- und Kompaktkameras mithalten. Und so liegt die Priorität bei der Entwicklung der Smartphone-Kameras darauf, die Lichtempfindlichkeit zu erhöhen. Im S9 soll deswegen die maximale Blende nur noch f/1.5 betragen, also besonders weit zu öffnen sein. Einige Quellen sprechen sogar davon, dass das S9+ eine Blende von f/1.4 hat.

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Dass die Kameras Zeitlupenvideos aufnehmen werden, steht fest, da mittlerweile alle High-End-Handys diese Funktion haben. Es bleibt nur die Frage mit welcher Bildrate. Beim S9 wird von 1000 fps gemunkelt, was einen neuen Rekord bedeuten würde. Sony bietet bereits ein Kameramodul an, das bis zu 960 Bilder pro Sekunde erfasst. Es steckt beispielsweise im Sony Xperia XZ1 und ist mit speziellem High-Speed-Speicher direkt hinter den Kamerasensoren ausgestattet. Aufnahmen von mehr als 0,2 Sekunden sind aber nicht möglich und so bleibt das Feature Spielerei.

Nun besteht zum Einen die Möglichkeit, dass Samsung das Modul von Sony übernimmt und sich mit den genannten Nachteilen arrangiert – was nichts Außergewöhnliches wäre, da fast alle Smartphone-Hersteller Sony-Kameras einbauen. Andererseits entwickelt Samsung selbst angeblich ein ähnliches Kameramodul mit integriertem DRAM-Speicher. In koreanischen Blogs hieß es, dass die Entwicklung bis November beendet sein sollte und die Technik so noch ins S9 gelangen könne.

Eine Doppelkamera auf der Rückseite bekommt angeblich nur das S9+; das kleinere S9 muss mit einer Linse auskommen. Die Kameras des Plus-Modells sollen beide optisch stabilisiert sein und sich in ihrer Brennweite und der maximalen Blende unterscheiden. Über Ersteres ist noch nichts handfestes bekannt, aber wahrscheinlich wird es sich um einen zweifach-Zoom handeln, da hier momentan die technischen Grenzen liegen. Die Blenden sollen f/1.5 oder f/1.4 groß sein und f/2.4. Wie beim Galaxy Note 8 sollen Aufnahmen beider Kameras fürs fertige Bild kombiniert werden, sodass man auch im Nachhinein einen Bokeh-Effekt und Tiefenunschärfe erzeugen kann.

Alle Hauptkameras in den S9-Modellen sollen 12 Megapixel erfassen. Die letzten Jahre haben sich fast alle Hersteller auf diese Auflösung eingeschossen und wenn man keinen Digitalzoom nutzt, vermisst man bei dieser Auflösung nichts.

An der Frontkamera soll sich wenig ändern: Weiterhin kommt laut ETNews ein 8-Megapixel-Modell zum Einsatz. Per Iris-Scan kann man das S9 entsperren. Sollte es sich um die gleiche Technik wie in den aktuellen Smartphones handeln, sollte man dieses Feature nicht überbewerten; mit der Gesichtserkennung des iPhone X kann die Erkennung bislang nicht mithalten. In der Dämmerung und Dunkelheit, mit Brille und Gegenlicht funktioniert sie äußerst unzuverlässig und braucht vergleichsweise lange für den Scan.

Weitere Verbesserungen bei Fotos und Videos dürfte der Prozessor Samsung Exynos 9810 bringen, der mit großer Wahrscheinlichkeit in der europäischen Version des S9 arbeitet. Er enthält einen neuen Image-Signal-Prozessor, der auch für die für Smartphone-Kameras so wichtige digitale Nachbearbeitung der Bilder zuständig ist. In den USA wird wie in jeder Modellgeneration eine Version des Galaxy S9 erscheinen, die mit einer CPU von Qualcomm läuft – wahrscheinlich dem im Dezember vorgestellten Spitzenmodell Snapdragon 845.

Laut ETNews basiert das Exynos-Mainboard auf der Technik SLP (Substrate Like PCB). Sie ermöglicht es mehr Leiterbahnschichten übereinander zu stapeln als die bislang übliche Methode High Density Interconnect (HDI). Theoretisch entstünde damit mehr freier Platz im Smartphone-Gehäuse und es könnte ein größerer Akku eingebaut werden. Doch bleibt es laut mehrerer Quellen bei 3000 mAh beim S9 und 3500 mAh beim S9+.

Nein, ein rollbares Display wird es auch im S9 nicht geben. Das meiste bleibt beim Alten bei der Anzeige: 5,77 Zoll Display-Diagonale wird das S9 ETNews haben und 6,22 Zoll das S9+. Weiterhin kommen OLED-Diplays zum Einsatz, die an den Flanken nach hinten gebogen sind. Um die Displays allerdings leichter, dünner und um 30 Prozent preiswerter zu machen, setzt Samsung angeblich die Y-OCTA-Technik ein. Bei ihr ist der Touchscreen direkt ins Display eingebaut. Bislang war dafür eine eigene Schicht nötig.

Schon seit August macht Samsung Werbung für die Technik und da auch noch die Produktionskosten sinken, spricht wenig dagegen, dass die S9-Bildschirme auf Y-OCTA basieren. Im Galaxy Note 8 war die Technik übrigens noch nicht vertreten.

Wann das Samsung Galaxy S9 enthüllt wird, steht bereits fest: Kim Dong-jin, President von Samsung Electronics, bestätigte auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas, dass das S9 zum Mobile World Congress (MWC) Ende Februar kommt. Die vergangenen Jahre wechselte Samsung immer wieder den Präsentations-Termin der Galaxy-S-Serie – mal erschien das Smartphone zum MWC, mal hatte es eine eigene Veranstaltung kurz nach der Mobilfunkmesse spendiert bekommen.

Über Preise ist bislang nichts bekannt. Allerdings haben die Hersteller von Jahr zu Jahr mehr für ihre Spitzenmodelle verlangt. Prägnantestes Beispiel war das iPhone X. Fürs Galaxy S7 verlangte Samsung noch anfangs 700 Euro, fürs S8 bereits 800 Euro, und für die +-Variante waren dann nochmals 100 Euro mehr fällig. Preiswerter wird auch das S9 voraussichtlich nicht. In die Preissphären des iPhone X deutlich über 1000 Euro wird Samsung mit dem S9 aber nicht vordringen – dieses Niveau ist der Galaxy-Note-Serie vorbehalten. (hcz)

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