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Samsung warnt vor Gewinnrückgang um mehr als 50 Prozent

Samsung geht einen ungewöhnlichen Schritt: Kurz vor seiner Quartalsbilanz warnt das Unternehmen vor Gewinnrückgängen von mehr als 50 Prozent.

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Samsung

(Bild: dpa, Yonhap)

Der Unterhaltungselektronik-Konzern Samsung Electronics hat am Dienstag die Gewinnaussicht gedämpft. Das Unternehmen gab an, den für das erste Quartal prognostizierten Gewinn nicht erreichen zu können, berichtet Reuters. Als Grund gibt Samsung Preisrückgänge bei Chips und eine nachlassende Nachfrage nach Display-Panels an.

"Das Unternehmen geht davon aus, dass der Umfang der Preisrückgänge bei Hauptspeicherchip-Produkten größer sein wird als erwartet", teilte Samsung in einem Report mit und nimmt so die für nächste Woche erwartete offizielle Gewinnschätzung vorweg. Der Grund für diese ungewöhnliche Vorwarnung sei unklar, meldet Reuters. Samsung selbst schreibe in dem Papier dazu nichts. Möglicherweise beabsichtige Samsung damit lediglich, seine Investoren frühestmöglich zu unterrichten.

Nach einer Prognose von Refinitiv SmartEstimate könnte der operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 50 Prozent auf etwa 7,2 Billionen Won, umgerechnet etwa 6,4 Milliarden US-Dollar, einbrechen. Im Vorjahr hatte der Gewinn noch 15,6 Billionen Won betragen. Der Umsatz könne auf 53,7 Billionen Won im Vergleich zu 60,6 Billionen Won im Vorjahr fallen.

Die Preise von DRAM-Chips seien nach Angabe von DRAMeXchange, die die Preisentwicklung von Speicherchips beobachten, im ersten Quartal um etwa 20 Prozent gefallen. Zusätzlich mache das Display-Geschäft Samsung zu schaffen. Daiwa Securities prognostiziert, dass Samsungs Display-Sparte im ersten Quartal einen Betriebsverlust von etwa 620 Milliarden Won hinnehmen müsse, auch das Betriebsergebnis im Halbleitergeschäft würde sinken. Die Nachfrage nach Speicherchips und OLED-Panels würde erst im zweiten Halbjahr 2019 wieder anziehen.

Nach Angaben von Reuters sieht Samsung das ähnlich. Auf der Jahreshauptversammlung der letzten Woche hatte das Unternehmen seinen Aktionären mitgeteilt, dass sich der Verkauf von Speicherprodukten im ersten Halbjahr schwierig gestalte und voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte wieder mit einem höheren Absatz zu rechnen sei.

Analysten führen diese Entwicklung vor allem auf den rückgängigen Smartphone-Markt und die sinkenden Investitionen in Rechenzentren zurück. Außerdem belasten der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie das schwache Wirtschaftswachstum in China die Aussichten. (olb)