Samsung gliedert LCD-Sparte aus

Durch die Abspaltung der LCD-Sparte erhoffen sich die Südkoreaner, schnellere Geschäftsentscheidungen treffen und flexibler auf die Kunden eingehen zu können.

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Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung will zum 1. April seine LCD-Produktion ausgliedern. Das neue Unternehmen soll eine hundertprozentige Tochter des Konzerns werden, berichtete das Wall Street Journal. Der Samsung-Vorstand erwäge, es mit anderen Unternehmensteilen wie der OLED-Sparte Samsung Mobile Display oder auch S-LCD zusammenzulegen. Sony hatte im Januar seine Anteile an S-LCD an Samsung verkauft und setzt auf OLED. Dieser Markt wird von den Südkoreanern dominiert.

(Update: In der Agenda (PDF) zum jährlichen Aktionärstreffen am 16. März kündigt Samsung Electronics die Ausgliederung der LCD-Sparte an und bestätigt nun auch in einer Pressmitteilung, dass das neue 100-prozentige Tochterunternehmen mit der SMD (Samsung Mobile Displays) und dem vormals mit Sony gegründeten LCD-Produzenten S-LCD zusammengelegt werden soll. Auf der am heutigen Montag stattfindenden Aufsichtsratssitzung soll die für den 1. April geplante Ausgliederung abgesegnet werden. Die neue Unternehmensstruktur solle die Entscheidungsprozessen verkürzen und die technische Kompetenz der LCD-Sparte untermauern, heißt es. Für das neue Unternehmen werden 150 Millionen Anteile im Wert von 750 Milliarden Won (etwa 525 Millionen Euro) ausgegeben; den Vermögenswert beziffert Samsung auf 13,6 Billionen Won (etwa 9,52 Milliarden Euro)

Der Ausbau der OLED-Technik dürfte durch die Ausgliederung beschleunigt werden. Samsung beherrscht den Markt bereits bei den organischen Mobildisplays, ist bei den großen Diagonalen aber durch das offensive Auftreten von LG derzeit etwas ins Hintertreffen geraten.

Außerdem wird es für das neue eigenständige Unternehmen einfacher, die direkten Konkurrenten von Samsung Electronics mit Displays zu versorgen. So könnte der etwas kuriosen Situation, dass sich beispielsweise Samsung Electronics und Apple bei den Smartphones und Tablets regelmäßig bekriegen, die Koreaner aber zugleich Apple mit Displays versorgt, die Schärfe genommen werden.

Samsung selbst bezieht über die Hälfte seiner LCD-Panels für Fernseher hausintern, auch in Notebooks, Monitore, Smartphones und Tablets stecken vornehmlich Samsung-eigene Panels. Wenn die Displaysparte eigenständig agiert, könnte sich das ändern: Die Produkte der taiwanischen und demnächst auch der chinesischen Produzenten sind oftmals günstiger als die eigenen Panels.)

Mit seiner LCD-Sparte erwirtschaftete Samsung im vergangenen Geschäftsjahr einen operativen Verlust von 750 Milliarden Won (504 Mio. Euro), unter anderem wegen nachlassender Nachfrage nach LCD-Fernsehern. Samsung-Manager Donggun Park sagte laut einem BBC-Bericht, die Abspaltung des Geschäfts ermögliche es, schnellere Entscheidungen zu treffen und flexibler als bisher auf die Kunden einzugehen. (anw)