IFA

Samsung greift das iPad an

Das Galaxy Tab ist kleiner und leichter als das iPad, zielt aber auf die gleichen Nutzungsszenarien. Die üppige Ausstattung lässt Samsung sich gut bezahlen.

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Von
  • Christian Wölbert

Tablet für unterwegs: Das Galaxy Tab ist deutlich kleiner und leichter als das iPad.

(Bild: Samsung)

Viele Fakten über Samsungs Android-Tablet Galaxy Tab waren schon vor der IFA bekannt, trotzdem gab es bei der heutigen Vorstellung noch einige Überraschungen: Im 7 Zoll großen Gerät steckt ein vollwertiges Mobiltelefon, man könnte es also auch als Riesen-Smartphone bezeichnen. Damit erfüllt es Googles Kriterien für den Zugriff auf den Android Market Nutzer können also bequem eine riesige App-Auswahl anzapfen, anders als bei den meisten bisherigen Android-Tablets.

Das Display zeigt 1024 × 600 Pixel, bietet also mehr Übersicht als die meisten Smartphones. Es handelt sich um ein "normales" LCD, nicht, wie im Vorfeld spekuliert, um ein Super-AMOLED-Display – aus Kostengründen, wie Samsung erklärte.

Samsung Galaxy Tab (10 Bilder)

Samsungs Android-Tablet hat ein 7-Zoll-Display mit 1024 x 600 Pixeln, wiegt 380 Gramm und hört auf den Namen Galaxy Tab. In Sakkotaschen passt es gerade noch, wohl kaum aber in eine typische Hosentasche. Unterhalb des kapazitiven Touchscreens sitzen die vier Android-Tasten - genau genommen keine richtigen drückbaren Tasten, sondern kapazitive Sensorfelder mit Vibrations-Feedback. Oben steckt eine Webcam für Videogespräche.

Aber auch so ist das Galaxy Tab kein Schnäppchen: 800 Euro kostet die 16-GByte-Variante ohne Vertrag, also so viel wie Apples iPad mit UMTS und 64 GByte. Samsung zufolge werden auch alle vier großen Mobilfunkprovider das Galaxy Tab vertreiben. Erhältlich sein soll es von Anfang Oktober an.

Im Kurztest von heise online gefiel das helle Display mit kräftigen Farben. Die Geschwindigkeit beim Starten von Apps, beim Scrollen und Zoomen, die Geschmeidigkeit der Animationen, all das liegt auf dem Niveau der aktuellen Apple-Geräte und schneller Androiden wie dem Galaxy S. Soll heißen: Nichts ruckelt.

Der kapazitive Touchscreen und die Sensortasten reagieren zuverlässig, und weil Samsungs Nutzeroberfläche TouchWiz keine Rätsel aufgibt, findet man sich schnell zurecht. Wie bei Android 2.2 üblich, funktionieren Multitouch-Gesten im Browser und in weiteren Apps.

Samsung liefert nicht nur alle aktuellen Google-Apps mit (zum Beispiel Flash-Player, Tethering, Mail, Karten, Navigation und Sprachsuche), sondern auch eigene Programme: Im Music Hub kauft man Musik, im Readers Hub Zeitungen, Zeitschriften und Bücher.

E-Books liest man in einer weiteren App, die stark an Apples iBooks erinnert. Bücher liegen im virtuellen Holzregal, und beim Blättern werden die Seiten hübsch animiert (siehe Bilderstrecke). Libri wird von Samsung als E-Book-Lieferant genannt, weitere Partnerschaften wolle man demnächst verkünden.

Ausstattung

Hardwareseitig bringt das Galaxy Tab alles mit, was man von aktuellen High-End-Smartphones wie dem iPhone 4, dem Dell Streak oder dem Galaxy S kennt: Auf der Rückseite eine 3,2-Megapixel-Kamera mit Blitz, vorne eine für Videogespräche. Drinnen stecken eine 1-GHz-CPU, ein UMTS-Modul inklusive HSPA und GPS. Ein Kabel-Headset wird mitgeliefert, das kostenpflichtige Zubehörprogramm umfasst Dockingstationen mit HDMI-Ausgang sowie eine Autohalterung.

Den internen 16-GByte-Speicher kann man mit microSD-Karten ergänzen. Eine Version mit 32 GByte internem Speicher soll später auf den Markt kommen. Das Gewicht liegt bei nur 380 Gramm, das Galaxy Tab wiegt also ziemlich genau halb so viel wie das UMTS-iPad, das allerdings auch ein größeres Display bietet.

Trotz des Größenunterschieds: Die Kooperationen mit Content-Lieferanten sowie die Lese-, Musik- und Video-Apps zeigen, dass Samsung mit dem Galaxy Tab die gleichen Nutzungsszenarien abdecken will wie Apple mit dem iPad. Das Galaxy Tab ist daher der iPad-Konkurrent mit dem größten Erfolgspotenzial - noch, denn auf der IFA werden zahlreiche weitere Android-Tablets erwartet. (cwo)